Die Behausung der Wanderratte.

 

Über die Baue der Wanderratten sind nur wenige gute Schriften in Wort und Bild vorhanden. Der „normale“ Bürger weiß eigentlich kaum etwas davon. Nun, wer gräbt auch schon einen Rattenbau auf, prüft den Tierbestand oder vermisst die genauen Maße des Gangsystems. Dies machen im Grunde genommen nur Forscher. Ich habe zu diesem Thema nun ein Buch erhalten, welches wirklich alles punktgenau über das Leben der Wanderratten berichtet. Wie üblich hatte ich wieder mal Glück. Ich sage immer so. Ohne Glück ist der Weg steinig.

 

Wo findet man im freien Gelände am Besten einen Rattenbau??

Am Besten natürlich bei einer Mülldeponie. Sind nun Ratten an einem Müllplatz, so wird man bei der Bausuche meistens schnell fündig. Ratten sind wie der Mensch bequem. Der Weg zum sicheren Bau muss daher kurz sein. „In der Kürze liegt die Würze“. Außerdem haben sie Feinde, wenn auch nur wenige.

 

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Im Hintergrund dieser Container befindet sich ein Rattenbau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dieser Platz ist natürlich ideal.

Im Hintergrund ein langsames Gewässer.

Hier im Kreis befindet sich ein Rattenloch.

Im Gesamtbereich konnte ich allerdings nicht mehr als 3 Einschlüpfe orten.

Ich habe an anderen Orten aber schon Baue mit bis zu 7 Einschlüpfen gefunden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht des Rattenloches.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es vergingen keine 3 Minuten und das Tier äugte vorsichtig aus dem Bau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Neugierde trieb die Wanderratte beinahe schon zu weit heraus.

Der Sürmülot verhielt so an die 20 Sekunden inne.

Ein exakter Kopfschuss mit einem Gewehr wäre der Ratte hierbei sicher gewesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres fast unscheinbares Rattenloch.

 

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Es ist fast unglaublich, wo Ratten so überall ausfahren können.

Aber auch dieser Platz ist relativ geschützt.

Das Loch ist von einem stabilen Mauerwerk umgeben.

Hinter der Mauer befindet sich ein Hühnerfreilauf.

Wie tief die Mauer gesetzt ist, ist mir allerdings nicht bekannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht des Rattenloches.

Auffallend ist hier nur, dass rundum dem Loch die gröberen Steine fehlen.

 

 

 

 

 

 

 

Und was schreibt die Wissenschaft zum Thema „Rattenbaue“.

 

Der nachfolgende Bericht stammt hierzu von Herrn Reg. Rat Dr. habil. Fritz Steiniger aus Deutschland.

 

Rattenbaue.

 

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(Zeichnung Dr. Steiniger)

Wohnbau eines aus 13 Tieren bestehenden Rattenrudels.

 

 

 

 

 

 

 

Im Gegensatz zur Hausratte, die nur selten in die Erde gräbt, pflegen Wanderratten stets Erdbaue anzulegen, wenn irgend die

Möglichkeit dazu besteht. Sie kommen allerdings unter besonderen Umständen, z. B. beim Aufenthalt in oberen Stockwerken

auch ohne Erdbaue aus. Schon aus den Feststellungen des alten englischen „Rat-proofing“ ist bekannt, dass die Ratten kaum

jemals tiefer als 40cm graben und dass Fundamtierungen, die 60cm in die Erde hineinreichen, niemals von Ratten unterwühlt

werden. Bei mehreren 100 ausgegrabenen Wanderrattenbauen ließen sich als größte Tiefe, vom niedrigst gelegenen Oberflächen=

eingang aus gerechnet, immer nur 36cm und weniger feststellen, nur in einem Ausnahmefall waren es einmal 52cm. Natürlich

können die Ratten in unebenem Gelände, z. B. an Deichen und Erdwällen, sehr viel tiefer unter der Oberfläche liegen, wenn

sie von einem niedrigeren Punkt aus hineinführen. Die Wanderratten bevorzugen für die Anlagen ihrer Gänge ganz besonders

schräge Flächen, wo sie, von unten beginnend, schräg nach oben wühlen können, so dass der Forttransport der Erde sehr viel

leichter wird. Durch die Grabarbeiten der Ratten können Dammbrüche und vor allem unerlaubte Verbindungen zwischen

Trinkwasserleitungen und Sielen entstehen. Der historisch bekannteste Fall bezieht sich auf die Choleraepidemie von 1892

in Hamburg, die auf eine von Ratten geschaffene Verbindung zwischen der Wasserleitung und dem Choleraerreger enthaltenden

Elbwasser zurückgeführt wird.

Ein frisch angelegter Wohnbau eines einzelnen Rattenpaares pflegt 3 bis 5 Eingansöffnungen zu haben, die mit Gängen von

½ bis 3 Meter Länge zu einem Wohnkessel führen und sich von dessen Eingang oder auch schon mehr nach außen vereinigen.

Die Größe des Wohnkessels hängt von der Zahl der den Bau bewohnenden Ratten ab. Ist es nur ein Paar, so pflegt es mit einem

Kesseldurchmesser von 20 bis 30cm auszukommen. Große Rattenfamilien legen Kessel an, die bis zu 50cm im Durchmesser

haben. Allerdings sind sie dann meistens nicht vollkommen rund, sondern bestehen von 2 bis 3 z. T. noch unterteilten Einzel=

kammern, die nur an der einen Seite ineinander übergehen, während sonst noch Zwischenwände stehen bleiben, wie es die Statik

der Kesseldecke erfordert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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