Fangmöglichkeiten in früheren Zeiten.

 

Vor mehreren Jahrhunderten konnte man nicht so schnell und einfach wie heute eine Mäuse oder Rattenplage in den Griff bekommen, da die Technik dazu fehlte. Jedoch waren die Menschen von je her bestrebt, diesen schädlichen Nagern den Garaus zu machen. Man rückte den Tieren mit Schlingenfallen, Bogenfallen, Galgenfallen, Quetschfallen, Wasserfallen, Fallgruben, Wippfallgruben, Verbannungen, Todesurteilen und Schwerkraftfallen an den Pelz. Es war also keine einfache Aufgabe für einen Fänger die Nager zu erlegen, zumal die Tiere damals ja nicht dümmer waren. Es kam also auf die Geschicklichkeit des Ratten und Mäusejägers an das er Fallen baute, welche die Tiere auch wirklich sicher fingen und vor allem, aus welchen die Tiere nicht mehr entweichen konnten. Zum Bau einer guten Falle benötigte man vermutlich mehrere Tage und der Erfolg war nicht gewiss. Wie nun solche Fallen in etwa ausgesehen haben, dass zeigen uns die alten Kupferstecher aus der „guten alten Zeit“.

 

In alten Zeiten nicht unbedingt des Menschen Freund.

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Mitte. Das Wieselein.

In der unteren Reihe von links nach rechts. Ratte, Maus, Schärmauß.

 

Dieses Bild stammt vom Kupferstecher Johann Georg Pintz aus der vorderen Mitte des 18ten Jahrhunderts.

 

 

 

 

 

 

 

Die Kurzbeschreibung des jeweiligen Tieres:

 

Das Wieselein.

Das große Wiesel auch Hermelin genannt ist zwar bei der Wühl und Feldmausjagd ein guter Gehilfe, jedoch vernichten sie auch die Gelege der Bodenbrüter. Aus diesem Grunde sind sie nicht unbedingt beliebt.

 

Die Ratte.

Die schwarze Ratte brachte über die Jahrhunderte hinweg zahlreichen Menschen den Tod, wobei sie jedoch ab ca. 1728 selber dem Tode geweiht war, da ihr neu eingewanderter Vetter, die Waldratte, heute genannt Wanderratte, sie zumindest im deutschsprachigen Raum bis 1903 fast ausrottete und sie heute daher auf der roten Liste steht.

 

Die Maus.

Dieser kleine Nager sollte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden. Das Problem ist die Größe des Tieres. Eine erwachsene Hausmaus benötigt nur ein Loch von einem Quadratzenitmeter um in ein Gebäude einzuschlüpfen.

 

Die Schärmaus.

Diese hier gezeigte Schärmaus ist in Wirklichkeit ein Maulwurf. Da der Maulwurf jedoch der Vorarbeiter der großen Wühlmaus ist, so wurde er in der damaligen Zeit vielleicht verwechselt. Möglicherweise war eine Wühlmaus samt Maulwurf im Acker, jedoch der Bauer hat den Maulwurf mit der Hacke ausgeschlagen und somit war er der Übeltäter. Werden doch in der heutigen modernen Zeit auch noch zum Teil die Maulwurfhaufen mit deren der Wühlmaus verwechselt. Da heißt es dann so schön: „ So an hufa Mushüfa“ (So viele Maushaufen). Die „Schärmaus“ wurde auch von den damaligen Richtern zum Tode verurteilt. Solch ein Urteil war natürlich für die „Katz“ und kein Bauer konnte damit wirklich glücklich sein. Es fehlte ja am Henker, einem erfahrenen Wühlmausfänger.

 

Bilder von gestellten Fallen aus dem 17ten Jahrhundert.

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mause oder Rattenfalle in einer vornehmen Umgebung.

Es scheint an nichts zu fehlen.

Hier handelt es sich um eine Schwerkraftfalle welche soeben ausgelöst hat.

Solche Fallen werden heute nur noch selten verwendet.

 

Dieses Bild stammt vom Kupferstecher Jan Sweelinck aus dem Jahre 1658

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nahansicht der ausgelösten Falle.

Der Maler konnte die Reaktion des Tieres bildlich gut festhalten.

Die Ratte oder Maus macht schon einen Rückzieher und zeigt die Fluchtstellung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Bild vom Kupferstecher Jan Sweelinck aus dem Jahre 1658

Die Maus oder Ratte sucht noch den Eingang zum leckeren Köder.

Das Fanggerät steht hier in einer Ritterburg.

Es ist schon eine moderne Falle.

Als „Scharniere“ dienen hier zwei Lederlappen.

Die Falltüre wird bereits durch eine gedrehte Schnur beschleunigt.

Sie steht also bereits unter Spannung.

Geschwindigkeit ist alles, dass hat der Erbauer dieser Falle bereits erkannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                  zurück