Ist eine von Hand gedrehte Feder aus einem 2,5mm verzinkten Draht fallentauglich?

 

Als ich vor mehreren Jahren die selber gebauten Feldmausfallen aus Holz und Iso Rohr meinen Kollegen vorstellte, so wurde ich belächelt. Man meinte, dass so ein billiges Klumpert nichts taugen würde, denn die Falle bestünde ja praktisch aus Abfall. Ich hätte ja keine Ahnung von der ganzen Materie. Am meisten wurde die Fallenfeder bekrittelt. Wie könne man auch nur einen verzinkten Zaundraht verwenden. Für so was gäbe es ja einen stabilen Federstahldraht.

Ich sagte damals trocken. Ich weiß dass ich dumm bin, aber ich weiß auch, dass es noch Dümmere gibt.

Nun gut. Ich verwende noch immer den 2,5mm starken verzinkten Draht, denn dieser Draht hat die Eigenschaft, dass er sich sehr gut bearbeiten lässt und die Umdrehungen der Federn schön gleichmäßig werden. Außerdem ist er recht günstig. Mit einer Rolle könnte man sich mehrere hundert Fallen bauen. Der Draht setzt auch keinen Rost an, was man vom blanken Federstahldraht wiederum nicht behaupten kann.

Ein Federstahldraht für eine Feldmausfalle ist nicht ideal. Der Federzug wird ja viel zu stark und das Problem beginnt ja schon beim Faden einspannen. Man sollte nämlich einen möglichst dünnen Zwirn zum Spannen verwenden. Die Maus sollte sich ja nicht zu Tode nagen müssen. Ein Biss muss genügen um den Galgen in die Höhe schnalzen zu lassen.

Innerlich zürnte mich natürlich diese Kritik, aber ich ließ mir das nicht anmerken. So dachte bei ich mir. Ich werde eine Probe aufs Exempel machen und eine Falle ein ganzes Jahr gespannt stehen lassen und hernach einsetzen.

Ich spannte also am Freitag den 01.04.2005 eine ixbeliebige Feldmausfalle aus meinem Sortiment und setzte sie am Samstag den 01.04.2006 zum Feldmausfang ein. Es verging genau ein Jahr und nun kam die Stunde der Wahrheit.

Meine Tochter musste mir an diesem Tag „zähneknirschend“ den Fotograf ersetzen. Es war einfach notwendig alles genau abzubilden, denn auf ein weiteres Jahr zu warten, nein, dazu hatte ich keine Lust mehr. Wir schossen an diesem Tage sicher an die 300 Bilder, denn es durfte nichts dem Zufall überlassen werden. Das Wetter war zudem recht ideal. Bewölkt und hell.

 

 

 

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01.04.2006

An dieser Stelle kam die einjährig gespannte Falle zum Einsatz.

Ich war ehrlich gesagt nicht mehr von der Tauglichkeit der Feldmausfalle überzeugt.

In den Morgenstunden war es recht frisch, aber das Wetter war sehr gut.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Fallenbett wird gerichtet.

Die Feldmaus sollte hernach nicht „Treppensteigen“ müssen.

Das Tier muss gerade in die Falle einschlüpfen können.

 

 

 

 

 

 

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Es wird ein ca. 20cm langer Graben zum Laufweg der Feldmaus angeschnitten

 

 

 

 

 

 

 

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Der Wasen wird ausgehoben.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Falle wird angepasst.

Der Einschlupf der Falle sollte mit dem Laufweg eben sein.

 

 

 

 

 

 

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Der Köder.

Hasenfutter und ein Apfel.

 

 

 

 

 

 

 

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Aus dem Apfel wird als erstes mit dem Taschenmesser ein kleiner Schnitz heraus geschnitten.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein kleiner Apfelspalt genügt um den Faden im Innenraum der Falle zu verwittern.

 

 

 

 

 

 

 

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Der Apfel wird in den Falleneingang geschoben.

 

 

 

 

 

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Mit dem Zeigefinger drückt man den Apfel behutsam durch die gespannten Fäden.

 

 

 

 

 

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Der Apfelschnitz wird beim Durchdrücken von den beiden Fäden in drei Teile getrennt.

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht des Innenraumes der Feldmausfalle.

Der Apfelgeschmack an den beiden Fäden nimmt der Feldmaus das Misstrauen.

Somit beißt das Tier den Faden lieber durch.

 

 

 

 

 

 

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Nachdem der Apfel im Innenraum der Falle ist, wird das Gerät ins Fallenbett gedrückt.

 

 

 

 

 

 

 

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Damit die Falle von Raben und sonstigen Getier nicht geraubt werden kann, so wird sie noch fix verankert.

Es kommt nicht selten vor, dass Raben die tote Feldmaus aus der Falle reißen.

Meistens sind sie dann die Anwesenheit des Fallenstellers schon gewohnt.

Raben merken schnell, ob ihnen Gefahr droht, oder ob sie einfach „mitnaschen“ können.

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

Der gebogene Hacken hat eine Länge von ca.25 bis 30cm.

 

 

 

 

 

 

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Der Hacken wird bis zum Anschlag schräg in den Boden geschoben.

Kein Rabe, Katze oder Fuchs vermag so eine Falle aus der Verankerung zu reißen.

 

 

 

 

 

 

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Die Feldmausfalle steht nun stabil.

 

 

 

 

 

 

 

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Ich glätte nun noch mit dem Daumen den Laufweg der Feldmaus zum Falleneingang.

 

 

 

 

 

 

 

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Nun wird noch etwas Hasenfutter zum Falleneingang geleert.

Aber nicht zu viel, denn die Feldmaus soll ja in den Innenraum der Falle gelockt werden.

 

 

 

 

 

 

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Dieses Häufchen ist schon ausreichend.

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Teil der Körner wird noch in den Innenraum hinter die Galgenschlinge zu den Fäden geschoben.

Somit muss die Feldmaus öfters in die Falle und wird mit ihr vertraut.

 

 

 

 

 

 

 

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Der Fallenabstand bis zum Feldmauseinschlupf beträgt ca.5cm

Man kann natürlich die Falle ohne weiteres weiter weg vom Bau stellen. Es muss aber Feldmausweg dort hin führen.

 

 

 

 

 

 

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Die Falle ist fangbereit.

Die Spannung wächst. Taugt die Feder noch??????

 

 

 

 

 

Dieser Tag war echt verflixt. Sind diese Tiere in der Regel doch recht lichtfreudig, so waren sie ausgerechnet an diesem Tag ständig unter der Erde und ließen sich nicht blicken. Ich befürchtet schon, dass ich mit leeren Händen nach Hause gehen würde. Erst nach über acht Stunden kamen die Tiere aus ihrem Bau. Leider habe ich den Fang dieses Tieres an einem Strommast „verdöst“. Da mich mein Fotograf ja ohnehin schon verlassen hatte, so bin ich von der ständigen Warterei eingeschlafen.

 

 

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Am späten Nachmittag war es dann so weit.

Eine Feldmaus wurde gefangen.

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

Das Tier wurde sofort getötet. Die Feder scheint noch intakt zu sein.

 

 

 

 

 

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Die Falle mit der Feldmaus gedreht.

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Feder hat noch denselben Zug wie einst bei der Herstellung der Falle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein perfekter Fang.

Es zieht der Feldmaus regelrecht das Fell aus dem Galgenschlingenschlitz.

 

 

 

 

 

 

 

Zuhause machte ich sofort einen Vergleich mit einer anderen Feldmausfalle.

Inwieweit hat sich die gespannte Falle in einem Jahr verändert.

 

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Links eine entspannte Falle und rechts die Testfalle.

 

 

 

 

 

 

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Nach dem Entfernen der Feldmaus war die Sachlage klar.

Die Feder hat keine Ermüdung erlitten.

 

 

 

 

 

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Der Winkel der beiden Fallenfedern ist nach wie vor gleich

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nochmalige Ansicht der Testfalle.

Hi – Ein Jahr und kein bisschen Müde.

 

 

 

 

 

 

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Ungefähr so weit muss die Feldmaus in die Falle, um diese mit einem Biss auszulösen zu können.

 

 

 

 

 

 

 

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Das Tier wurde durch die Schlinge sofort erdrückt.

 

 

 

 

 

 

 

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Mit einer richtig gebauten Feldmausfalle sind Fehlfänge ausgeschlossen.

Es gibt je nach Größe der Tiere nur Brust oder Halsfänge.

 

 

 

 

 

 

 

Zum Abschluss erhält unsere gut erzogene Hofkatze die gefangene Feldmaus. Es ist ein Quatsch, wenn jemand erzählt, dass Katzen keine kalten Mäuse fressen. Gut erzogene Katzen begnügen sich sogar mit gekochten Kartoffeln in einer warmen Milchsuppe.

 

 

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Als am Abend unser Hofkater Tschügi nach Hause kam, reizte ich ihn sofort mit der toten Feldmaus.

Wie gebannt ist sein Blick auf den „Braten“ gerichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tschügi krallt sich fest, jedoch versucht er nicht mir die Maus zu entreißen.

Er weiß schon, dass diese Beute für ihn bestimmt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein braves Tier.

In dieser Katze lebt noch die Urgewalt, so wie es bei einem Raubtier sein sollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Und zum guten Schluss.

Was lernen wir aus dieser Geschichte.

Selber gebaute Fallen haben keine schlechtere Lebenserwartung als die im Handel gekauften Fallen.

Dies ist für mich ein Grund, im Laufe der Zeit eine exakte Bauanleitung in Wort und Bild für die Feldmausfalle aus Kunststoff zusammen zu stellen. Somit wird es dann möglich sein, dass jeder Feldmausfänger seine eigenen gebauten Fallen einsetzen kann.

 

 

Übrigens.

Im September 2006 habe ich wieder eine Feldmausfalle gespannt und werde diese im September 2008 oder 2009 einsetzen.

 

 

 

 

 

 

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