Die vermeintliche Ratte, welche sich zur Hausmaus entpuppte.

 

Mein alter Freund Ossi rief mich eines Tages aufgeregt an und sagte, „Heil Geri, du i han an Ratz im Gwägshus“ (Servus Geri, du ich habe eine Ratte im Gewächshaus). Ich beruhigte ihn und versprach die Sache schnellstens zu erledigen. Na ja. Ich dachte hierbei an einen normalen Einsatz und brachte eine Wina Rattenfalle mit allem was für einen Rattenfang notwendig war mit. Ich besichtigte nun das Gewächshaus und das sonderbare war hierbei, dass die vermeintlichen großen Rattenlöcher alle im Untergrund geschlossen waren. Ich sagte zu Ossi, „Na – na, des ischt mit Sicherheit a Fealdmus (Feldmaus), des ischt koan Ratz“. Ossi war beruhigt. Da ich nun die Wina aber schon einmal mit hatte, so stellte ich sie trotzdem und dachte mir, dass die Falle die Feldmaus ohnehin derpackt. Beim Abschied sagte ich zu Ossi. „Morgen ist die Feldmaus hin“.

 

Am nächsten Morgen rief ich Ossi an und fragte nach dem Ergebnis. Er sagte jedoch, dass keine Maus in der Falle wäre, jedoch alle Köder, auch jener welcher auf dem Hauptköder lag fehle. Ich dachte mir: „Das ist aber a schlaus Viech“. Ich fuhr also wieder zu Ossi und köderte nach. Das Spielchen ging so eine gute Woche dahin und nun wurde ich bereits nervös den ich dachte mir, „Ich werd doch nicht ausgerechnet bei einem Freund eine Niederlage einstecken müssen.

 

Eine weitere Woche zog sich nun dahin und ich sagte zu Ossi, „Du, i weiß nimmer weiter, des Viech verarscht uns“. Ossi sagte, „Weißt was, i han jo a Überwachungskamera und die stell i hüt Nacht uf, denn wissama Bescheid“. Ich sagte zu Ossi, „Himmelsakrament, des ischt jo a guate Idee, dass ma do nit scho vorher dra denkt hond“.

 

Gesagt, getan. Am nächsten Tag war alles klar. Ossi und ich waren paff, denn es war auf dem Film weder eine Ratte noch eine Feldmaus, nein, es war eine Hausmaus zu sehen. Ich sagte zu Ossi, „Du, die fang i mit der Schlingenfalle, morgen ist die Sache erledigt“.

 

Tags darauf rief ich wieder an und Ossi sagte, „Die Maus lebt noch frischfröhlich, sie ist wieder auf dem Film, deine Fallen interessieren sie keinen Futzen“. Ich dachte mir, „Verdammi, i steh voll an“. Ich studierte nun den ganzen Tag nach was ich jetzt noch machen könnte. Immerhin verstrichen nun schon 16 Tage. 16 Tage für eine Hausmaus, dass war ja schon irre lang. Nun konnte mich nur noch die kleine Kastenfalle aus der Miesere retten, welche ich extra für schwierige Ratten baute. Wenn es nun wieder nicht klappte, so war ich auf den besten Weg zu einer Blamage. Ich begab mich also vorm Eintritt der Dunkelheit mit der Kastenfalle zu Ossi und stellte sie mit einer geteilten Praline auf dem Wippbrett direkt neben ein Erdloch im Gewächshaus.

 

Am nächsten Tag kam in aller Früh von Ossi der Anruf, „Die Maus sitzt“. Ich dachte mir erleichtert, „Gott sei Dank, dass Theater ist vorbei“.

 

 

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Das Gewächshaus von Ossi.

Wer denkt hierbei auch schon an eine Hausmaus.

 

 

 

 

 

 

 

 

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In der Tat.

Dieses faustgroße Loch deutete auf den ersten Blick auf eine Wanderratte.

Ich tippte jedoch vom Anfang an auf eine Feldmaus.

 

 

 

 

 

 

 

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Wahllos zogen sich die Löcher durchs Gewächshaus dahin.

Das Tier war recht tüchtig.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zuerst stellte ich die bereits mitgebrachte Wina Falle.

Leider fuhr ich mit diesem effektiven Gerät hierbei eine erste Niederlage ein.

Das Tier war zu schlau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Alle losen Köder wurden geholt.

Der Hauptköder wurde nicht angerührt.

Dies zog sich eine Woche so dahin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14 Tage später!!

Nachdem uns die Überwachungskamera zeigte mit wem wir es überhaupt zu tun hatten, so stellte ich sofort drei Schlingenfallen.

Jedoch auch dieser Versuch scheiterte kläglich.

 

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Die Hausmaus zeigte nicht das geringste Interesse an den Ködern.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere drei Tage später.

Tags davor stellte ich die beiden kleinen und die große Kastenfalle als letzte Rettung für meinen Fallenstellerruf.

 

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Das Tier ist bereits in der größeren Kastenfalle gefangen.

Ich war erleichtert.

Die Neugier trieb die Hausmaus in die Falle.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gefangene.

 

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Nach zähen 17 Tagen konnte diese Gewächshaus – Hausmaus gefangen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ossi sagte nun schelmisch zu mir, „Gerilein, das war aber a harter Gegner für dich“. Ich meinte nun ebenfalls schelmisch, „So an guten Gegner mag i eigentlich gar nit umbringen, was hältst von einer Begnadigung“. Ossi rief erschreckt, „Begnadigung gut und recht, aber bloß nicht bei mir im Garten“. Ich sagte, „Nein, nein. Ich weiß da an alten Holzhaufen in meiner Nähe und da lass ich sie rein und dann kann sie machen was sie will“. Ossi war damit einverstanden. Wir tranken auf unseren verspäten Sieg noch ein schnelles Bier und hernach ließ ich das Tier bei besagter Stelle in Freiheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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