Falsche Tierliebe.

Als ich in einem Betrieb meine Kontrolle nach Mäusen und Ratten durchführte, so trat hierbei ein Mitarbeiter zu mir und bat mich um Hilfe. Er habe in einem Raum ein Mäuseproblem und könne sich nicht vorstellen, wo diese Tiere überhaupt herkämen. Immer wieder wenn er Chemikalien herausholen müsse, husche ein Tier neben ihm vorbei. Ich ging mit dem Herrn mit und kam in einen Lagerraum, der, so wie ich mir dachte für mich verschlossen wäre. Dem war nicht so. Er war für das zuständige Betriebspersonal durchgehend geöffnet. Da ich dies nicht wusste und mein Anstand es mir nicht zulässt an jeder Türe die Klinke zu drücken, so blieb dieser Raum bis zu jenem Zeitpunkt von mir unbetreten.

Wir betraten nun diese Lagerhalle und ich ließ meinen Blick durch den Raum gleiten. Sogleich fiel mir im hintersten Winkel ein Regal auf, welches mir recht unsauber erschien. Es war der Lagerplatz für den betriebseigenen Hausmaler. Wir gingen zu diesem Regal und sogleich sprang auch schon eine Hausmaus flink davon. Sofort konnten wir auch die günstigen Umstände erkennen, warum sich diese Tiere in diesem Raum so wohl fühlten, denn sie wurden ja regelrecht gefüttert und somit gleichzeitig gezüchtet. Ich sagte hierbei zu dem Herrn, dass ich mich um dieses Problem kümmern werde und so nebenbei erwähnte ich ruhig, – Kein Wort zum Maler.

Nachdem ich es hierbei mit einem „Tierfreund“ zu tun hatte so überlegte ich mir, wie ich diese Tiere erledigen könne, ohne das der Maler mir in die Quere kommen konnte. Ich erkundigte mich zuerst nach der Dienstzeit des Malers. Da er aber von Montag bis Freitag und hin und wieder auch samstags anwesend war, so blieb mir keine andere Möglichkeit als ein Wochenende zu opfern. An und für sich hätte ich ja eine Meldung an seinen Vorgesetzten machen müssen, jedoch überwiegt in mir die heimliche Jagd und der Gedanke etwas zu erledigen, ohne das es diejenige Person merkt, welche solch eine Unart geradezu fördert. Weiters liegt es mir nicht, andere Personen „hinein zu brennen“.

Die Jagd musste also samstags am späten Abend beginnen und spätestens sonntags am Abend wieder enden. 24 Stunden welche für den ersten Schlag ausreichend sein mussten.

Ich betrat nun samstags Abend den Raum und begab mich zum Regal. Das Glück war mir hold und ich konnte sogleich die erste Hausmaus in ihrem Nest überraschen und töten. Hernach stellte ich fünfzehn Mausfallen. Ich verwendete hierbei nur Lebendfallen welche sehr geräuscharm sind. Das Ergebnis am Sonntagabend waren 9 Hausmäuse mit welchem ich durchaus zufrieden sein konnte. Ich benötigte hernach noch ein Wochenende und die Aufgabe war erledigt.

Besonders bedenklich ist, dass der Maler die bereits toten Tiere noch über einen längeren Zeitraum weiter fütterte. Dass er bei solch einer Mäusezucht nicht nur seine eigene, sondern auch die Gesundheit seiner Mitarbeiter gefährdete, dass hat er vermutlich nicht bedacht.

 

 

Die zum Teil versteckten Futterstellen im Regal des „Tierfreundes“.

 

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Beim Regal des Malers.

Als Erstes schien mir diese abgedeckte Box verdächtig.

Der schräg aufgelegte Karton weist auf eine Einstiegshilfe.

 

 

 

 

 

 

 

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Der angehobene Karton bringt Klarheit.

In der Box befinden sich frische von Hausmäusen ausgehöhlte Brötchen.

Eine Schande, wenn man nur an die zahlreich hungernden Menschen denkt.

 

 

 

 

 

 

 

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Neben der Box befindet sich ein Wassertopf für die Tiere.

Es handelt sich hierbei um einen abgeschnittenen Kartuschenboden.

 

 

 

 

 

 

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An der gegenüberliegenden Box ebenfalles eine Futterstelle für die Mäuse.

Im Vordergrund eine Banane, dahinter eine Tomate, danach ein Wassertopf und ganz hinten ein Apfelstück.

 

 

 

 

 

 

 

 

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An einer anderen Stelle des Regals ein Honigbrot und dahinter ein abgenagtes Apfelstück.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zwischen Dosen versteckt noch ein halber Wecken Brot und ein Wasserbehälter.

Dieses Brot wurde an mehreren Stellen benagt.

 

 

 

 

 

Die Kotspuren in und um dem Regal.

 

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Mäusekot neben einer Farbdose.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Weiterer Mäusekot zwischen Blechdosen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kot vor einer Box.

 

 

 

 

 

 

 

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Extrem stinkender Mäuseurin auf einem Farbkübel.

 

 

 

 

 

 

 

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Verunreinigtes Malerwerkzeug.

 

 

 

 

 

 

 

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Mäusekot am Boden neben einem Farbeimer.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Extrem verunreinigter Fußboden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mäusedreck am seitlichen Fußboden zur Mauer des Regals.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein weiterer Kot vor dem Regal.

 

 

 

 

 

 

 

Der Nistplatz der Hausmäuse im Regal.

 

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Das Flies in welchem sich die Tiere vorerst noch tummelten.

Hierbei tötete ich die erste Hausmaus.

 

 

 

 

 

 

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Vorm Flies ist zahlreicher Mäusekot.

 

 

 

 

 

 

 

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Dieses Flies ist hier zum Teil extrem von Mäuseurin durchnässt und total verdreckt.

Der Gestank hierbei war penetrant, wobei er durch die Chemikalien und Farben etwas „entschärft“ wurde.

 

 

 

 

 

 

Die bereits entstandenen Schäden am Mauerwerk.

 

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Hier haben sie die Mäuse bereits einen Einschlupf in die Mauer verschafft.

Das Isoliermaterial ist zum größten Teil herausgescharrt.

 

 

 

 

 

 

 

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Weiteres herausgearbeitetes Material aus dem Mauerwerk.

 

 

 

 

 

 

 

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Hier unter einer Palette.

Die Mäuse haben hierbei die Mauer neben der Palette stark ausgehöhlt.

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Schlag gegen die Hausmäuse.

 

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Die ersten erlegten Hausmäuse in einer Nacht.

Es kamen nur geräuschlose Lebendfallen zum Einsatz.

Insgesamt wurden in diesem Raum 14 Tiere getötet.

 

 

 

 

 

 

Der uneinsichtige Maler.

 

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Zwei Wochen später nachdem bereits alle Tiere getötet waren.

Der Maler legte immer noch Brötchen aus.

Für mich waren diese nachträglichen Fütterungen natürlich kein Nachteil.

Ich konnte dadurch sofort erkennen, ob sich noch weitere Tiere in diesem Bereich aufhalten oder auch nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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