Die „zweibeinige“ Hausmaus.

 

Vor mehreren Monaten konnte ich in einem Restaurant einen ganz besonderen Fang tätigen. Ich hätte mir jedoch nie gedacht dass es einer Hausmaus trotz schwersten Verletzungen möglich wäre, zumindest eine gewisse längere Zeit zu überleben.

Der Anfang dieser Mäusejagd war für mich wie üblich eine ganz normale Sache. Ich begutachtete zuerst die Küche welche übrigens recht sauber gehalten wird. Bei dieser Begutachtung hatte ich allerdings schon den ersten Blickkontakt mit der zu bejagenden Hausmaus. Als ich das Tier am Boden flach dahinhuschen sah so dachte ich bei mir, dass es sich hierbei um eine größere Spitzmaus handeln würde und ich sie daher mit einer Lebendfalle fangen werde. Eine Spitzmaus wollte ich nicht töten.

Gut gemeint. Ich stellte 18!! Stück Lebendfallen, beköderte diese mit den unterschiedlichsten Ködern, jedoch der Fangerfolg blieb aus. Nach einer Woche konnte ich allerdings den Restaurantbesitzer nicht mehr mit dem „humanen Fanggerede“ der nützlichen Spitzmaus „besänftigen“, sodass ich zur harten Tour mit den Schlagfallen umschwenken musste.

Nach weiteren drei Tagen konnte ich zu meiner Überraschung und zur Erleichterung des Besitzers zwei Mäuse währen der Nacht erlegen. Ich war im ersten Moment etwas ratlos, denn es war keine Spitzmaus dabei. Es handelte sich hierbei um nur zwei ganz „normale“ Hausmäuse.

Ich zeigte die beiden Tiere dem Gastwirt und als wir sie sie so in der Falle betrachteten stellten wir fest, das bei einem der beiden Tiere das rechte Hinterbein fehlte. Dem war aber nicht genug. Als ich diese arme Kreatur aus der Falle nahm so stellten wir wiederum fest, dass sogar der linke Vorderfuß fehlte. Eine Hausmaus mit zwei Beinen, nein so etwas war wirklich unglaublich.

 

 

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Nach den gescheiterten Fangversuchen der „vermeintlichen Spitzmaus“.

Eine Woche war vorbei und die Geduld des Gastwirtes allerdings auch.

Um nun ein schnelles Ende der erfolglosen humanen Jagd herbeizuführen, so wurden in der Küche sämtliche Laufwege mit Fallen blockiert.

Ich stellte 24 Mause und Rattenfallen unbeködert auf.

Irgendwo musste das Tier den Weg queren, wollte es die Seiten des Raumes wechseln.

 

 

 

 

 

 

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Nach geschlagenen drei Tagen konnten zur Überraschung gleichzeitig zwei Tiere erlegt werden.

Der Wirt war heilfroh und ich innerlich erleichtert, dass dieses „Theater“ nun endlich ein Ende hatte.

Am Bild ist zu erkennen, dass die Maus in der Rattenfalle zuerst ums Leben kam.

Die „Zweibeinige“ folgte dem gesunden Tier und wollte hernach die kleine Mausefalle überqueren.

 

 

 

 

 

 

 

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Beide Tiere auf einen Blick.

Sie wurden sofort getötet.

 

 

 

 

 

 

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Die schwer verstümmelte Hausmaus.

Beim ersten Anblick von oben gesehen kaum erkennbar.

 

 

 

 

 

 

 

Das Tier genauer betrachtet.

 

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Das Fell des Tieres ist tadellos und überaus prächtig.

Die Hausmaus ist noch nicht vollkommen erwachsen und hat eine Gesamtlänge von 17cm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Auch die Bauchunterseite ist makellos rein.

Das Fell ist weder verklebt noch verschmutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Oberkörper.

 

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Der linke Vorderfuß fehlt bis zum Körperansatz.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Wunde des abgetrennten linken Vorderfußes ist bereits recht gut verheilt.

Auch hierbei ist keine nennenswerte Verschmutzung vom Fußboden erkennbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht

 

 

 

 

 

 

 

Der Unterkörper.

 

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Der linke gesunde Hinterfuß.

Das männliche Geschlechtsteil mit dem nach dem Tode ausgetretenen Urin.

Der rechte Fußstumpf.

 

 

 

 

 

 

 

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Seitliche Ansicht des rechten Beinstumpfes

Auch diese extreme Verletzung ist bereits so gut wie verheilt.

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

Das Fell ist an der Unterseite durchs Laufen etwas abgewetzt.

 

 

 

 

 

 

Warum wurde dieses Tier so verstümmelt?

Bei dieser Frage kann man allerdings nur Vermutungen anstellen.

Möglicherweise holte sich das Tier die Verletzungen an einem Lüfter oder Ventilator im Gastbetrieb, oder was noch möglich wäre, die Maus geriet in eine Küchenmaschine. Diese zweite Möglichkeit wäre natürlich das größere Übel, da man sich hierbei fragen muss, wo den die beiden Beine schlussendlich geblieben oder schlimmstenfalls hingekommen sind.

 

 

Wieso konnte das Tier überhaupt mit dieser Verletzung überleben?

Eines ist natürlich klar. Klettern war für diese Hausmaus vorbei, sie konnte sich also nur noch von heruntergefallenen Essensresten/Brösel am Boden ernähren. Möglicherweise wurde sie aber auch von ihrem Geschwister mit Küchenresten aus höheren Bereichen versorgt. Das Hausmäuse zur gegenseitigen Hilfe im Stande sind, dass haben sie ja schon bereits beim Transport von mehreren Maiskolben bewiesen, welche dazugehörende Geschichte ich vor längerer Zeit ausführlich beschrieben habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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