Die Holzbogenfalle zum Fange der großen grauen Wiesenmaus (Wühlmaus)

 

Der Wühlmausfänger Züllig schreibt im Jahre 1907 in seinem Buche, dass die Bogenfalle die Beste aller Fallen sei, was die listige Hohlmaus, Schorrmaus, Schermaus, Nulmaus oder Wulmaus betrifft. Man könne damit selbst solche Tiere fangen, welche nicht mehr gerne in eine Eisenfalle laufen würden. Sozusagen die bereits Vergrämten, die Fallenscheuen.

Bei den oben von Züllig angeführten Tiernamen handelt es sich natürlich um ein und dasselbe Tier.

 

Ich habe mir nun das Buch von Züllig immer und immer wieder durchgelesen und ich benötigte unglaublich lange, bis ich seine Worte verstand. Der ausschlaggebende Punkt war hierbei, dass ich durch Zufall eine Aufnahme aus der Zeit um 1900 durch meinem Freund Juen Friedrich erhielt, auf welcher ein so genannter Feldmauser gut sichtbar mit seiner Ausrüstung abgebildet ist. Möglicherweise sogar Züllig persönlich. Als ich nun diese einzigartige Aufnahme in der Hand hielt, so war mir sofort klar, wie die Falle funktionieren musste. Ich habe ja schon Jahre vorher nach Zülligs Angaben alles Mögliche ausprobiert, jedoch nur mit wenig Erfolg. Ich habe damals mit Eisenbögen zwar drei Wühlmäuse erledigt, jedoch war dieses Ergebnis zum Arbeitsaufwand niederschmetternd. In der gleichen Zeit habe ich mit der Bayrischen Drahtfalle das Zehnfache an Mäusen gefangen.

 

Am 08.03.2009 war es aber so weit. Ich konnte mir nun ein genaues Bild von allen nötigen Teilen welche ich zum Stellen der Falle benötigte machen und ich fand alles in kürzester Zeit. Den Reflexbogen holte ich mir von Nachbars Kompost. Die Stäbchen und Stecken von umgeschnitten Stauden, welche um diese Jahreszeit ja zur Genüge herum liegen. Den Draht für die Fangschlinge und den Auslösehacken holte ich aus einem Alteisencontainer. Die Schnur für den Bogen fand ich bei mir im Keller. Die Falle kostet sozusagen keinen Groschen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass man nicht zu faul ist um die Dinge zu suchen.

 

 

Die Teile der Reihe nach, so wie man sie um die Jahre von ca. 1850 bis 1900 verwendete.

 

 

 

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Die Teile von links rechts

Der Bogen aus einer Staude mit einer Länge von ungefähr 120 – 130 Zentimeter (DM = Unten 16mm, Mitte 14mm, Oben 12mm).

Die Kluppe mit einer Länge von ca. 55cm.

Die beiden Niederhalter für die Kluppe mit einer Gesamtlänge von ungefähr 25cm.

Das Steckhölzchen verbunden mit dem Auslösequerhölzchen (Steckholz ca. 18cm + Querholz ca.20cm).

Das Niederhaltehölzchen mit einer Länge von ca. 12cm.

Die Fangschlinge aus Draht mit einer Gesamthöhe von ca. 20cm bis 26cm.

Den Wühlmaussuchstock als Werkzeug.

Die Schnur mit dem Haltehacken aus Eisendraht.

Das Messer zum Öffnen des Fangschachtes und des Schlingenschlitzes (Das Messer sollte scharf geschliffen sein).

Die Schaufel zum sauberen Ausputzen des Fangschachtes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Kluppe und die beiden Niederhalter.

 

Züllig schreibt hierzu in seinem Buch:

Wenn der Gang hoch liegt oder der Boden locker ist, so hat man eine so genannte „Kluppe“ anzubringen, um das Herausreißen und Entrinnen der großen grauen Wiesenmaus zu verhindern. Es solle die Kluppe aber ja fest in die Erde gesteckt werden, damit diese nicht doch noch durch das Heraufschnallen des Bogens ausgerissen werden könne und das Tier im letzten Augenblick seine Freiheit erlange.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Steckholz links in Verbindung mit dem Auslösequerstellholz.

 

Das Niederhaltesteckholz rechts sollte zumindest im hinteren Bereich möglichst glatt sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Fangschlinge aus Draht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bei den Fangschlingen sollte man sich mehrere Größen anfertigen da man ja nie weiß, wie tief das Gangsystem ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Schnur mit dem Haltehacken.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Schaufel und das scharf geschliffene Messer zum Bearbeiten des Fangplatzes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung.

Den Wühlmaussuchstock stelle ich hierbei nicht extra vor, denn dieser ist bei der Gangsuche sowieso obligatorisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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