Erkrankungen durch die Feldmaus und Schermaus sind möglich.

 

Man soll ja nicht immer gleich „Schwarz“ malen, aber es gibt in der Tat zwei gefährliche Krankheiten, welche einem die Schermaus oder Feldmaus bescheren kann.

 

Man bedenke, dass auch Hunde und Katzen diese Nager gerne jagen und auch fressen.

 

Dazu folgenden Beiträge aus verschiedenen Schriften über ein knappes Jahrhundert hinweg. (1897 – 1991)

 

1.) Der Hunde oder Fuchsbandwurm.

Der Hundebandwurm (Taenia echinococcus) oder der kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist ein Tierparasit, welcher dem Menschen sehr gefährlich werden kann.

 

Lebenszyklus.

Er verläuft als Kreislauf zwischen dem Hund / Fuchs als Zwischenwirt und der Feldmaus – Schermaus als wichtigster Endwirt. Der Hund / Fuchs kann in seinem Dünndarm viele tausende der winzigen, nur etwa 3mm großen vier bis fünfgliedrigen Bandwürmer beherbergen, ohne dass ihm das viel ausmacht.

 

Mit dem Kot gelangen zumindest beim Fuchs alle 14 Tage rund 300 Eier nach außen. Von der Feldmaus aufgenommen, bilden sich in ihr die Finnen. In ihnen entstehen weitere unzählige Bandwürmchen, die wieder im Darm des Fuchses oder Hundes landen, wenn er so eine Maus frist.

 

Gefährdung des Menschen.

Nimmt der Mensch die Eier oral auf, durch Essen von Beeren oder durch Einatmen, wenn sie aufgewirbelt werden, kann auch er als Endwirt / Fehlwirt von den Larven befallen werden. Sie setzen sich in den Organen fest, vor allem in der Leber und zerstören sie. Ein schleichender Prozess, der 10 bis 15 Jahre dauern kann und mit dem Tod endet. Da die Leber nicht schmerzempfindlich ist, wird die Krankheit (Echinococcus) oft zu spät erkannt. Zum Glück ist der Mensch kein guter Endwirt / Fehlwirt. Oft sterben die Larven so früh ab, dass es zu keinen Wucherungen in der Leber kommt.

 

1.) Der Teufelskreislauf des Hunde oder Fuchsbandwurmes.

 

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Bildnachweis.

http://www.te-med.de/TEM01_00/Fuchsbw.html

 

 

 

 

 

 

2.) Der Bandwurm.

 

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Dieses Bild stammt aus dem Jahre 1897

Der Autor ist Prof. Dr. Franz von Wagner.

 

Kurze Beschreibung:

Der Echinococcus – Bandwurm parasitiert im Dünndarm des Hundes und wird da

zumeist in sehr großer Zahl angetroffen. Die Echinococcus – Finne findet nun auch

geeignete Bedingungen für ihre Ausbildung im Menschen – und daraus gründet sich

ihre große Gefährlichkeit – , in dessen Körper besonders die Leber, aber auch andere

Organe (Lunge, Gehirn, Auge, Nieren, Herz usw.) von ihr befallen werden. Natürlich

kann die Infektion des Menschen mit den Onkosphären des Echinococcenbandwurms

nur durch Einführung des ersteren in den menschlichen Magen bewirkt werden, der

Träger und Ableger jener Onkosphären ist aber der Hund. Daraus folgt, dass man im

Verkehr mit Hunden stets die peinlichste Vorsicht muss walten lassen, eine Mahnung,

die insbesondere den weiblichen Teil der Menschheit angeht, da gerade dieser nach

den Ergebnissen der Statistik (Jahr 1897) nahezu zwei Drittel aller beim Menschen

vorkommenden Echinococcen – Erkrankungen liefert.

 

 

 

 

 

 

 

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Dieses Bild stammt aus dem Jahre 1953

Die Autoren sind Herr Engelhardt und Herr Henigst.

 

Kurze Beschreibung:

Der Mensch infiziert sich meistens dadurch, dass er sich von Hunden, die Band=

wurmträger sind, ablecken lässt, sie auf die Schnauze küsst, nach Berührung der

Fressgeschirre die Hände nicht genügend reinigt usw. Die Hunde belecken nämlich

infolge des Juckreizes, der durch das aktive Abwandern der reifen Glieder hervor=

gerufen wird, oft ihr After und bringen so leicht Bandwurmglieder oder Eier auf

Lefzen, Zunge und Fell, von wo sie dann auf den Menschen übertragen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Brutkapsel des Hundebandwurms im Querschnitt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dieses Bild stammt aus dem Jahre 1991

Der Autor ist Prof. Dr. Frank.

Literaturnachweis.

Die farbigen Naturführer, Einzeller und Wirbellose. Seite 193

 

 

Dazu ein kurzer Ausschnitt der Beschreibung:

Schon ein einziges Ei kann zur faustgroßen Blase heran wachsen und das oft erst Jahrzehnte nach der Aufnahme der Eier. Die

Finnenblase schädigt bei ihrem Wachstum die befallenen Organe und bringt sie allmählich zum Zerfall. Zudem ist die in ihr

enthaltene Flüssigkeit sehr giftig, so dass auch ein Platzen der Blase lebensbedrohlich sein kann. Sie ist auch operativ kaum

wirksam zu entfernen, denn in der Zwischenzeit können sich schon längst Tochterblasen abgeschnürt und weiter im Körper ver=

teilt haben. Da sie zunächst zum Teil nur Millimetergröße besitzen, werden sie bei einer Operation meist übersehen. Daher

verläuft eine Echinococcen – Infektion für den Menschen sehr oft tödlich.

Ein naher Verwandter des Hundebandwurms ist der Fuchsbandwurm. (Echinococcus multiocularis), der als ausgewachsenes

Tier in Füchsen und Katzen lebt. Als Zwischenwirt dienen im Allgemeinen – Mäuse, doch auch hier kann sich der Mensch

mit den Eiern infizieren und dann als Zwischenwirt (Fehlwirt) dienen. Infektionsquelle sind zum Beispiel mit dem Fuchskot verunreinigte

Beerenfrüchte, die ungewaschen verzehrt werden. Die Folgen sind ebenso gefährlich wie beim Hundebandwurm. Es kommt

zu einem flächig wachsenden Finnenstadium, das sich wie eine Krebsgeschwulst ausbreitet und oft zum Tode führt.

 

 

 

3.) Die befallene Leber.

 

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Vielfach sagen die Leute sorglos: Das ist doch Eins zu einer Million.

Ich sage darauf: „Mir sind mindestens Zwölf zu einer Million in unserer Region davon bekannt“.

Soweit ist es also nicht her mit einem „Millionentreffer“.

 

 

 

 

 

 

In der Tat.

Der Mensch scheint doch ein recht schlechter Endwirt / Fehlwirt zu sein, denn sonst wäre die Sterberate vermutlich hoch. Kinder sollte man deshalb bei Wanderungen vom Beeren essen abhalten. Man weiß nie, wo der Fuchs die Eier abgestreift hat und die leckeren Früchte könnten ein tödliches Ende bedeuten. Ich wurde vor vielen Jahren selbst infiziert. Da ich oft in der freien Natur unterwegs bin und sehr viele Wühlmäuse in meinem Leben gefangen habe, lässt sich nicht feststellen, wie oder wo ich diesen Bandwurm erwischt habe. Möglicherweise erwischte ich den Bandwurm auch in der Jugendzeit von einem Nachbarshund. Die beiden Bandwurmarten sehen sich ja recht ähnlich.

 

Tollwut.

Der Erreger wird mit dem Speichel wutkranker Tiere übertragen. Streift nun so ein Fuchs den infizierten Speichel im Gras ab und die Maus frisst diese Gräser, so müsste sie nach Adam Riese die Tollwut in sich haben. Würde nun der Fallensteller von so einer Maus gebissen, wäre theoretisch der Kreislauf geschlossen. (Das ist jetzt aber meine ganz private Theorie).

Es heißt zwar, dass der Virus außerhalb des Wirtes nicht überleben kann und nur durch Bisse übertragen wird. Wenn nun aber die Wühlmaus gerade so einen frischen Speichel mit frisst, ist sie dann nicht infiziert? Also ich getraute mich nicht so eine lebendige Maus in die Hand zu nehmen.

Ein Jäger aus unserer Verwandtschaft ist vor vielen Jahren von einem mit Tollwut infizierten Fuchs gebissen worden und daran gestorben. Meine heute bereits 93 jährige Großmutter hat mir diese Geschichte erzählt. Nach ihren Angaben muss die Tollwut einen kurzen aber schrecklichen Krankheitsverlauf haben.

 

Die Inkubationszeit ist bei einzelnen Tieren und Menschen recht unterschiedlich.

Beim Fuchs ca. 2Wochen.

Bei der Katze ca. 2 bis 4 Wochen.

Beim Hund ca. 3 bis 8 Wochen.

Beim Menschen ca. 4 bis 6 Wochen.

 

So gesehen ist der Hunde / Fuchsbandwurm gegenüber der Tollwut ja noch richtig harmlos.

 

Beim Hunde oder Fuchsbandwurm hat man zumindest noch genügend Zeit sein Testament zu schreiben. Bei der Tollwut muss man sich allerdings damit beeilen.

 

 

Ein Schicksal in Vorarlberg.

Der Name der betroffenen Person wurde von mir so gekürzt, wie von den Hinterbliebenen gewünscht.

 

Herr St.T. wurde im Jahre 1924 als Erster von elf Kindern geboren. Seine berufliche Laufbahn war Holzarbeiter und Landwirt. Die Hochzeit mit seiner geliebten A. wurde im Jahre 1948 gefeiert.

Herr und Frau St. gingen jahrelang im Herbst auf Beerensuche in die angrenzenden Wälder um sich hierfür Marmelade zu kochen. Auch wurden diese Beeren reichlich roh genossen. Nach dem bekannt werden der ersten Fuchsbandwurmfälle in Deutschland im Jahre um 1980 stellten die Familie St. die Beerensuche sofort ein. Laut Frau St. tat dies jedoch nicht jeder in ihrer Gemeinde.

Viele Jahre später bei einer Gesundenuntersuchung wurde ein schlechtes Blutbild bei Herrn St.T. festgestellt. Da Herr St. sich jedoch nicht wirklich krank fühlte, so ging dieses schlechte Blutbild geschwind im weiteren „Alltagsleben“ unter.

2002 wurde bei einer Führerscheinkontrolle durch die Polizei das alte Bild von Herrn St.T. aus der Jugendzeit bemängelt. Es war also ein aktuelles Lichtbild erforderlich. Da Herr St. doch schon etwas betagt, so wurde er zur Verlängerung des Führerscheines zum Amtsarzt geschickt. Der Amtsarzt erkannte wie auch immer, dass irgendetwas bei Herrn St. Gesundheit nicht stimme und schickte Herrn St. zu einem Internisten. Hierbei wurde bei einer gründlichen Untersuchung eine Veränderung bei der Leber festgestellt. Herr St. wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch überwiesen und dort wurde mit bedauern festgestellt, das die Leber bereits im fortgeschritten Stadium vom Fuchsbandwurm befallen war. Für die Familie St. brach eine Welt zusammen da sie erfahren mussten, dass eine Operation wegen der stark zersetzten Leber nicht mehr möglich war.

Herr St.T. widmete sich weiterhin seiner Familie, dem alltäglichen Leben und ganz besonders den Ziegen im Stall welche ihm sehr am Herzen lagen. Trotz häufig auftretender Ermüdungserscheinungen und der Einname von zahlreichen Medikamenten meisterte er sein Leben noch mehrere Jahre auf dem hauseigenen Hof. In den ersten Apriltagen 2005 bekam jedoch Herr St. während dem melken der Ziegen unerträgliche Schmerzen. Mit letzter Kraft schleppte er sich noch zum Zuhaus, von wo aus darauf die Rettung verständigt wurde.

Herr St. wurde sofort ins Spital geliefert und es wurde eine Notoperation durchgeführt. Herr St. wurde hierauf 3 Tage in einen Tiefschlaf versetzt, da die Leber geplatzt war. Nachdem Herr St. aus dem Tiefschlaf erwachte, war für ihn ein Gehen nicht mehr möglich. Er als ehemaliger „Naturbursch“ durfte drei Wochen lang das Spital nicht mehr verlassen. Direkt vom Spital aus wurde Herr St. sofort drei weitere Wochen auf Erholung geschickt. Nach dieser Zeit konnte Herr St. für fünf Tage nachhause. Nachdem jedoch nach diesen Tagen eine sofortige Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintrat, so wurde Herr St. nach Innsbruck überstellt. Nach einer wiederholten Notoperation erlitt der Patient einen Lungeninfarkt und kurz darauf einen Herzinfarkt. Herr St.T. verstarb am 30.05.2005 an den direkten Folgen des Herzinfarktes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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