Kannibalismus kommt bei Wanderratten eher selten vor.

 

Obwohl Wanderratten regelrechte Räuber sind, kommt Kannibalismus unter ihresgleichen eher eingeschränkt vor. Es wird auch von der Veranlagung des Rudels abhängen, ob die toten Sippenmitglieder gefressen werden oder nicht. Stirbt eine Ratte, so werden sich die übrigen Rudeltiere in den meisten Fällen hüten, sich von ihrem toten Artgenossen eine Kostprobe zu nehmen. Dazu sind Ratten viel zu misstrauisch, denn ihr Partner könnte ja durch Menschengewalt ums Leben gekommen sein.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich diese überaus schlauen Tiere mit fremden Ratten auf eine größere Konfrontation einlassen. Der Unterlegene wird hierbei wohl eher in seine Schranken gewiesen oder aus dem Revier verjagt und nicht etwa als Nachtisch verspeist.

Mir ist daher nur ein einziges Mal eine angefressene Ratte aufgefallen und diese wurde auch von mir auf einem Foto festgehalten. (Siehe Bild unten). Dieses Tier ist hierbei von einer noch unerfahrenen Jungratte aus dem gleichen Wurf angefressen worden. Ein Alttier hätte vermutlich einen weiten Bogen um diese in der Falle hängenden „Beute“ gemacht.

Weiteres kann ich nur Vermutungen anstellen, was das verschwinden weiterer Wanderratten betrifft. Ich habe in einem Stall Ratten bis zu einer mittleren Größe mit einem Luftgewehr erschossen und diese je nach Lage zwischen den Bretterspalten liegen gelassen. (Die Alttiere ließen sich erst gar nicht blicken). Da es schon dunkel wurde, wollte ich diese Tiere am nächsten Morgen hervorräumen. Zu meiner großen Überraschung waren am darauf folgenden Tag keine erschossenen Ratten mehr vorhanden. Es ist also durchaus möglich, dass auch diese gefressen wurden. Aber das ist eine reine Spekulation.

Ich habe in einer Großfirma über einen längeren Zeitraum 302 Ratten mit allen möglichen Fallen gefangen und getötet. Es wurde auch bei dieser großen Masse nicht eine einzige Ratte anfressen.

Wenn nun also für Ratten, aus welchem Grunde auch immer, die Nahrung knapp wird, so werden diese eher auf Wanderschaft gehen und nicht etwa über ihre eigenen Artgenossen herfallen.

Sie werden deshalb ihren Namen „Wanderratte“ alle Ehre machen.

 

 

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Jene Wanderratte, welche bereits oben erwähnt wurde.

Das Tier wurde keine 30 Minuten nach dem Fang durch die nachfolgenden Sippenmitglieder angefressen.

 

 

 

 

 

 

Weitere Bilder von Internetbesuchern zum Thema Kannibalismus unter Wanderratten.

 

 

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Eine Jungratte wurde angefressen.

Diese Aufnahme erhielt ich von Finn Geertsen aus Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dieses Foto erhielt ich von Herr Lang U. aus Deutschland.

Auch dieses Tier wurde von einem nachfolgenden Sippenmitglied angefressen.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Nahansicht des angefressenen Kopfes.

 

 

 

 

 

 

Abschließend noch ein vollständiger Bericht von Herrn Dr. Hönle R. zu diesem Thema aus der Steiermark.

 

Letztes Jahr erlebte ich eine Ratteninvasion. Ich habe bis zu 20 Kaninchen (eine Sippe) in einem Freilandgehege gehalten, in der sie sich sehr naturnah verhalten konnten. Über den nahen Bahndamm sind die Ratten eingedrungen und haben sich erst in den Kaninchengängen, später auch im Brennholz (ich habe einen Kachelofen) eingenistet. Mit den Schlagfallen - ich habe 3 gleichzeitig aufgestellt - konnte ich Anfangserfolge erzielen, nach etwa 10 Fängen war aber Schluss. Bei der Kaninchenfütterung konnte ich aber weitere Tiere beobachten. Ich ging dann zu Gift über, wobei ich mehrere unterschiedliche Köder nach ein bis 2 Tagen wechselte. Das wirkte. Gleichzeitig setzte ich dann wieder die Fallen ein. War etwas problematisch, die Kaninchen sollten ja am Leben bleiben. Letztlich habe ich 31 Ratten innerhalb von ca. 4 Wochen erledigt. Von den in den Fallen erlegten Tieren war etwa jede zweite angefressen - soviel zum Thema Kannibalismus.

 

 

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Bild 1

So fand ich die Jungratte. Entweder drehte sich die Falle durch den Schlag beim Auslösen oder eine Kannibalenratte drehte nach dem Zuschnappen die Falle samt Kadaver. Die Fallen kontrollierte ich täglich. Als Köder verwendete ich damals frische Leberwurst. Käse oder Wurststücke gingen nicht mehr. Die Ratten schafften es irgendwie die Stücke zu „angeln“, ohne die Falle auszulösen.

 

 

 

 

 

 

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Bild 2

Die Falle umgedreht. Der Köder wurde von einer Kannibalenratte restlos aufgefressen. Ich hatte zeitgleich 3 Fallen im Einsatz. Denn Ort wechselte ich ständig. Als die Ratten die Fallengefahr erkannt hatten, ging ich auf Gift über. Auch davon setzte ich dann mehrere unterschiedliche Präparate gleichzeitig ein. Mit Fallen und Gift erwischte ich in wenigen Wochen rund ums Haus 31 Ratten. Danach war wieder Ruhe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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