Das sichere Stellen des Kieferle Schussapparates im Winter.

 

Jeder Fallensteller sollte möglichst vor dem Wintereinbruch alle Fallen einsammeln. Es ist ein enormes Risiko, wichtige Fallen wie den Schussapparat und die TopCat Falle bei einer geschlossenen Schneedecke über mehrere Wochen hinweg nicht mehr zu finden. Letztere wäre hierbei das kleinere Problem, denn die TopCat Falle ist rostfrei, also winterfest.

Nicht aber die Kieferle Schussfalle. Wenn das Gerät jedoch zuvor mit Ballistol Öl gut eingesprüht wurde, so kann man davon ausgehen, dass es mindestens drei bis vier Wochen im Erdboden keinen Rost ansetzt. Im Innenraum der äußeren Hülle des Schussgerätes bildet sich zwar Kondenswasser, aber das Öl widersteht dieser Feuchtigkeit. Das heißt nun aber nicht, dass man aus diesem Grunde schlampig werden darf.

Nun kann es aber vorkommen, dass der Schnee geschmolzen ist und der Frühling naht. Der Fallensteller sollte sich in so einer Zeit immer den Wetterbericht ansehen. Man kann sich in der heutigen Zeit ziemlich gut darauf verlassen, denn es kann in so einer Übergangszeit immer wieder einen Wetterumsturz mit Schneefall geben. Gerade deshalb ist es ganz wichtig jetzt dass zu können, was man über den Sommer hinweg gelernt und fleißig geübt hat. Die Fallen fast punktgenau wieder zu finden.

Wenn man sich bei einer geschlossen Schneedecke nur um einen bis zwei Meter vertut, so hat man schon ein Riesenproblem. Selbst ich bin von solchen Suchaktionen nicht verschont geblieben. Einmal suchte ich eine gute Stunde und als ich schon nicht mehr weiter wusste dachte ich mir: „Es wird doch nicht die Tasche darauf stehen“. Sie stand darauf!! Solche Suchereien können äußerst mühsam werden.

Außerdem verrät eine Fußspur im Schnee den Fangplatz des Mäusejägers, sodass diesen Platz jede Außenstehende Person leicht findet. Man sollte schon aus diesem Grunde nur im äußersten Notfall bei einer schneebedeckten Wiese Fallen stellen. (Wir sind ja nicht in Kanada)

Wird der Fallensteller nun doch noch einmal von einem Wintereinbruch überrascht, so wird er bei der Schussfallensuche klug vorgehen. Er wird nicht den kürzesten Weg wählen, sondern einen „Umweg“ gehen, möglichst so, dass die Fußspuren im Schnee nicht sofort von der Strasse oder Weg wegführen. Der Fallensteller wird also seine ganze Erfahrung im „Spurenverwischen“ einsetzen.

Wenn die Aufgabe nicht allzu wichtig ist, so wird der Fallensteller beim ersten Auffinden der Fangplätze die Schussgeräte sofort sichern, ausbauen und mit nach Hause nehmen. Er muss ja nicht alles mitnehmen. Die Abdeckbretter kann man ja an jeden beliebigen Zaun deponieren, bis der Schnee wieder geschmolzen ist. Bleiben aber aus welchem Grunde auch immer einige Schussgeräte trotzdem stehen, so wird er diese wieder mit Schnee tarnen. Am besten macht man dies mit den Stiefeln, indem man soviel Schnee wie notwendig über den Fangplatz streift.

 

 

Die Suche nach der Schussfalle im Schnee.

 

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14.03.2006

Man muss das Gelände schon sehr gut kennen, um in dieser „Schneewüste“ die versteckten Schussfallen wieder zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Am besten sucht man sich im Winter immer einen fixen Ausgangspunkt zum Fallen suchen aus.

Ich gehe von meinem ausgewählten Ausgangspunkt nun 27 Schritte gerade nach Nordost.

Achtung!! Der Fallensteller sollte hierbei im Winter immer gleichlange Schritte machen.

Sollte sich jemand beim Gehen verzählen, so liegt er danach zu 100% total daneben.

Hier zu suchen ist ja noch ein Kinderspiel, da man die Spur vom Vortag durch den Schnee erkennt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nach 27 Schritten Richtung Nordost begebe ich mich 48 Schritte – 45 Grad nach Norden.

Genau an diesem Kreuz muss der Schussapparat sein.

Sollte man sich hier beim Tiefschnee mit dem Zählen verrechnen, so ist man danach „verloren“.

„In solch einem Fall heißt es aufs Frühjahr zu warten“.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich stehe nun direkt vorm abgedeckten Schussapparat.

Unterm Kreuz steht die geballte Ladung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Wenn man die Stelle kennt, so ist sie sogar gut sichtbar.

Außenstehende haben bei einer Suche hierbei jedoch keine Chance.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nächsten Bilder zeigen die vier Himmelsrichtungen mit den markanten Punkten, welche ich mir zusätzlich zum Schritte zählen gut einpräge. Hat man keine Anhaltspunkte, so wird es extrem schwierig, wenn man falsch gezählt hat. Die Anhaltspunkte sind sozusagen bei einer „Fehlsuche“ die letzte Rettung. Man kann sich an ihnen immer wieder orientieren.

 

 

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In Norden befindet sich dieser Baum.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Im Osten befindet sich ein Indianerzelt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht des Indianerzeltes.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Im Süden merke ich mir diesen „Hohlraum“ zwischen den Bäumen hinter der Mauer des Gebäudes.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Im Westen merke ich mir diesen Strommast.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht vom Strommast.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun aber wieder weiter mit dem Wesentlichen.

 

 

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Hier befindet sich nun der eingeschneite Schussapparat.

Da nicht viel Schnee liegt, so kann man die Stelle noch gut erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich setze den Spaten punktgenau an.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Und ziehe den Schnee weg.

 

 

 

 

 

 

 

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Damit kein Schnee in die Grube fallen kann, so wird das Brett sauber vom Schnee gereinigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Abdeckung besteht aus zwei Brettern.

Es wird nur die vordere Abdeckung unter der sich das Schussgerät befindet angehoben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Schussapparat ist noch nicht abgefeuert.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

Der Kieferle Schussapparat steht noch scharf und ist mit einem Stock gesichert.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich lasse das Gerät aber weiterhin im Boden stehen.

Nachdem ich den Schussapparat abgedeckt habe, wird die Stelle wieder mit Schnee getarnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Tarnung ist fertig.

Kein Außenstehender wird auf die Idee kommen, dass sich hier eine Falle befindet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Tag danach.

 

 

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15.03.2006

Es hat über die Nacht ca. 15 cm Neuschnee „her geworfen“.

Hat man nun nicht alles im Kopf, so kann es beim Suchen ein Problem geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich begebe mich nun wieder von meinem „alten“ Standort 27 Schritte nach Nordost.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nach 27 Schritte wieder 45 Grad nach Norden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nach 48 Schritten sollte ich am Ziel sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich stehe nun direkt vorm mit Schnee bedeckten Kieferle Schussapparat. (Hoffe ich zumindest)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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An dieser Stelle muss sich das Gerät befinden!!

Wer sich bei so einer Schneelage verzählt, tja der hat Pech gehabt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ich setzte nun den Spaten an.

Ehrlich gesagt ist so eine Situation für mich auch immer wieder ein „Nervenkitzel“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Glück gehabt.

Das Brett konnte schon nach dem „zweiten Zug“ geortet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Brett ist nun vom Schnee „gereinigt“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Kieferle Schussapparat steht immer noch scharf.

Es hat keinen Sinn das Gerät noch weiter stehen zu lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Abdeckbretter werden nun entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Prüfung und gleichzeitige Entfernung des Schussapparates.

Schussapparate und Fallen sollten möglichst vorm Schneefall eingesammelt werden.

 

 

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Achtung!!

Das Gerät ist hier noch ungesichert.

Zum Ausbau muss der Schussapparat unbedingt gesichert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zuerst wird der Sicherungsring hinter den Auslöser gelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mit einem Finger oder Stöckchen wird die erhöhte Schubstange nach hinten geschoben.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Solange bis diese den Schussapparat „auslöst“.

Sobald der Auslöser beim Sicherungsring einrastet, ist das Schussgerät „eigentlich“ ungefährlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Haltestock wird nun gelöst.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Und entfernt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Schussapparat wird nun am oberen Teil des Auslösemechanismus gehalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mit Gefühl wird nun das Gerät rückwärts aus dem Wühlmausgang herausgezogen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Gerät ist bei der Kartusche und am Auslösering absolut sauber.

Der Bau ist also zu 99,99% unbewohnt.

 

 

 

 

 

 

 

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Das ausgebaut Gerät.

Trotz der Kälte wird der Fangplatz sauber zusammengeräumt.

Der „Bunker“ wird mit der ausgestochenen Erde verschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es werden alle Teile sorgfältig eingesammelt. Es bleibt nicht liegen.

Zuhause wird danach als allererstes die noch scharfe Patrone aus dem Schussgerät entfernt!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Schussapparat wird danach mit sauberem Wasser gewaschen und getrocknet.

Zur kalten Jahreszeit trockne ich die Schussgeräte meistens im „Ofenloch“, ansonsten in der Sonne.

 

Nachdem das Gerät absolut trocken ist, wird es mit Ballistol Öl eingesprüht und an einem kindersicheren Ort aufbewahrt.

 

Meine Geräte befinden sich alle in einem verschließbaren Gewehrkoffer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Achtung!!

Wird das Schussgerät im „Ofenloch“ schnell getrocknet, so sollte man auf alle Fälle die Patrone zuvor entfernen.

An und für sich sollte dies aber ohnehin logisch sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum stand das Schussgerät noch scharf im Wühlmausgang?

 

Dazu verschiedene Möglichkeiten.

 

1.) Als erstes kontrolliere ich die nähere Umgebung, ob eventuell der Fuchs dazwischen gefunkt hat und die Wühlmaus bereits während der Nacht erbeutete.

2.) Ich suche den Schnee nach den unscheinbaren Fußspuren des Hermelins ab. Möglicherweise finde ich sogar ein Einschlupfloch zum Mausgang.

3.) Weiters könnte es sein, dass die Wühlmaus eines natürlichen Todes gestorben ist. Das ist aber eher unwahrscheinlich.

4.) Die Wühlmaus könnte aber auch den Schussapparat abgewühlt haben.

5.) Möglicherweise habe ich sogar die Schussfalle in einen unbewohnten Gang gestellt und die Maus wurde schon vorm Fallenstellen von irgendeinem natürlichen Feind gefressen.

6.) Es könnte auch so sein, dass der Gang zwar noch bewohnt ist, aber die Wühlmaus ihn derzeit nicht nützt. Man muss bedenken, dass der Schussapparat luftdicht eingebaut wird und so der lästige „Luftzug“ für die Maus entfällt.

 

Wie auch immer. Ich baute also das Gerät im gesicherten Zustand aus und stellte fest, dass die Wühlmaus mit der Schussfalle keinen Kontakt hatte. Vermutlich ist das Tier schon im Magen eines natürlichen Feindes verschwunden, noch bevor ich die Falle stellte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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