Durch Unvernunft Ratten anzügeln, oder kann man ältere Menschen überhaupt belehren?

 

I kaun dou nit di oaman Vougal fahungan lossn. (Ich kann doch nicht die armen Vögel verhungern lassen)

Ja dieser Spruch kommt von meiner lieben Tante Erna aus der Steiermark.

 

Meine liebe Tante rief mich Mitte dieses Jahres an, ich solle doch so gut sein und bei einem Besuch im August ein paar Rattenfallen mitbringen, denn es kämen jeden Tag zwei Ratten auf die Terrasse Futter fressen.

Im ersten Moment verstand ich ihre Worte nicht und fragte sie, was es den schon auf einer Terrasse so zum Fressen gebe. Meine Tante meinte darauf, dass sie halt die armen Vögel mit Brot füttere und so als Nebenerscheinung kämen eben auch die Ratten. Ich sagte zu ihr: „Liebe Tante, wir haben Sommer. Liegt bei euch in der Steiermark schon Schnee? Wenn nicht, so unterlasse bitte sofort das Füttern“.

Ich sprach natürlich umsonst, denn die Worte von meiner Tante lauteten: „ Die Vögel brauchen mich“.

Tja, was soll man da noch sagen.

Als Reisegepäck nahm ich mir also zwei Wina Rattenfallen mit allem was ich noch dazu benötigte mit. Insgeheim dachte ich mir natürlich schon, dass drei Tage für zwei Ratten knapp werden könnten. Aber wie immer war mir das Glück hold. Nach zwei Tagen war die Aufgabe gelöst. Gottlob war es so, denn ich wollte mich natürlich vor meiner Tante nicht blamieren.

Auch wenn so mancher Mensch noch so ein großzügiges Herz für „Vogerl“ hat, so kann ich trotzdem nur an seine Vernunft appellieren, dass er die Vögel im Sommer doch nicht füttern sollte. Man sieht ja was heraus kommt und nicht jeder Mensch hat so wie meine liebe Tante einen Ratten und Mäusefänger in seiner Verwandtschaft.

 

 

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30.08.2007

Knödelbrot im Sommer für Vögel.

Dies erinnert mich irgendwie an Hänsel und Gretel.

 

 

 

 

 

 

 

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Vögel im Sommer füttern ist natürlich ein absoluter Unsinn.

Inzwischen weiß ich, dass meine Tante kein Einzellfall ist.

 

 

 

 

 

 

 

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„Die Vogerl brauchen mich und ich sie“.

Eine Meise am hochsommerlichen Futterplatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die erste Wanderratte am Futterplatz.

Es handelt sich hierbei um ein Alttier.

 

 

 

 

 

 

 

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Die zweite Wanderratte.

Dieses Tier ist noch nicht erwachsen.

 

 

 

 

 

 

 

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Nach den obigen Aufnahmen der beiden Ratten bereitete ich sofort deren Fang vor.

Die Zeit drängte, denn drei Tage sind für zwei frei lebende Wanderratten knapp.

Man weiß ja nie im Vorhinein, wie klug diese zu bekämpfenden Tiere überhaupt sind.

 

 

 

 

 

 

 

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Ich verwendete hierbei wie üblich als Fangköder einen Bergkäse.

Als Vorköder verwendete ich die weiße Milka Schokolade. In geringen Mengen natürlich.

Zum Abschluss deckte ich noch die Wina Rattenfalle mit einem Brett ab, da es nach Regen aussah.

 

 

 

 

 

 

 

Und tatsächlich hat das Wetter in der Nacht umgeschlagen.

 

 

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Am darauf folgenden Morgen war es dann gewiss.

Das Alttier konnte erfolgreich gefangen werden.

 

 

 

 

 

 

 

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Vorderansicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dank der „guten Fütterung“ meiner Tante ist die Ratte wohlgenährt.

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

Selbst solch große Ratten können der Wina Rattenfalle nicht mehr entkommen.

 

 

 

 

 

 

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Ein perfekter Fang.

Die Ratte hat sich mit den Zähnen im Käse verbissen.

 

 

 

 

 

 

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Meine liebe Tante Erna präsentiert hier ihren „ersten Zögling“.

Ein beachtliches Kaliber von einer Wanderratte.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Beide Wanderratten hier noch auf einen Blick.

In der Nacht darauf konnte auch noch das Jungtier erlegt werden.

Somit war die Aufgabe für mich erledigt.

 

 

 

 

 

 

Anmerkung.

Als ich meine Tante bei der Abreise fragte, ob sie nun das Vogelfüttern einstellen würde so bekam ich die Antwort. „Es geht nicht, denn die Vögel sind es so gewohnt“.

 

Nachtrag.

3 Jahre später.

Frage an meine Tante am 30.10.2010. „Fütterst du eigentlich immer noch die Vögel übern Sommer?“.

Antwort an mich. „Ja ja natürlich, weil die Vogerl sind ja hungrig und freuen sich ja wenn ich ihnen Futter bringe“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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