Tiroler Rattenjagd.

 

Es ist halt einfach so, dass kein Hauseigentümer wirklich vor Ratten, ja schon gar nicht vor Mäusen geschützt ist. Man kann das Haus vorzüglich pflegen, doch in einem unerwarteten Moment kann solch ein Nager selbst bei Tage eindringen. Im Erdgeschoss wenige Augenblicke lang eine Türe offen zu lassen ist für eine Ratte ohne weiteres ausreichend, um am helllichten Tage einzumarschieren. Ratten sind nun mal auch tagsüber unterwegs. Sie sind aber hierbei eher in Eile, denn im Dunkeln ist gut munkeln und nicht etwa bei Tageslicht.

 

Was solch ein Rattenbesuch für Folgen haben kann, dass haben Manuela und Martin aus Tirol bei einer langwierigen Rattenjagd im eigenen Hause erlebt. Die neue Küche wurde hierbei in ein regelrechtes Schlachtfeld verwandelt und da sich die Fangjagd schon über einen längeren Zeitraum hindurch zog, so wurde schlussendlich im wahrsten Sinne des Wortes mit dem „Abbruch“ der Kücheneinrichtung begonnen. Die Ratte musste raus, so oder so. Ein echter Tiroler gibt nicht sogleich auf.

 

Nachdem die Küche bis auf ein paar „Grundmauern“ in kleine Teile zerlegt war und die Ratte immer noch frischfröhlich seinen Jägern inmitten dem „Trümmerhaufen“ entfloh, so musste ein „schweres Geschütz“ her. Martin, ein erfahrener Feuerwehrmann, holte sich seinen Bruder selbst bei der Feuerwehr zur Verstärkung. Mit schweren Schutzanzügen und mittels Kohlendioxid versuchte man die Ratte zu „vergasen“. Die beiden Jäger haben hierbei jedoch die Rechnung ohne dem „Gast“ gemacht, denn es gelang dem Nager einen gasfreien Ort zu erklimmen und verhielt sich dort „mäuschenstill“, also nicht mausetot. Da die Jäger sich ihres Sieges nun sicher waren, so wurde dieser anschließend gefeiert. Die Ernüchterung folgte jedoch am nächsten Tag. Die Ratte war vom „Toten“ auferstanden. Die Küche lag ja noch zerlegt, aber wo konnte die Ratte sich noch verstecken? Es blieb also nur noch der noch nicht ausgebaute Kühlschrank übrig. Der Spalt welcher dahinter führte war jedoch so schmal, dass es kaum glaubhaft sein konnte. Und dennoch war es so. Das Tier konnte im hintersten Spalt gesichtet werden und saß in der Falle. Der Weg wurde sofort versperrt und der Schutzanzug geholt. Mit dem Kohlendioxid wurde das Tier anschließend betäubt und mit einem Stock hervor geholt. Ein kräftiger Hieb noch als Draufgabe und die Jagd war beendet. Zurück blieben eine verwüstete Küche, eine erschöpfte Kampfmannschaft und eine tote Ratte.

 

Manuela erzählt:

Nach 3wöchigem Beisammensein haben mein Mann und ich den größten Respekt vor der Intelligenz dieser Tiere – denn so etwas Schlaues ist uns noch nicht untergekommen. Die Ratte hat sich eine schöne Vorratskammer hinter unserer Küche angelegt und das Gift, von welchem wir dachten, sie hätte die Köder gefressen, hat sie nur einfach mit in ihre Wohnung genommen um uns ein wenig zu "pflanzen" – jedoch keineswegs angerührt.

 

Nachdem wir alles von oben bis unten desinfiziert haben, gehört die Küche nun wieder uns und wir hoffen sehr, dass niemals wieder so ein Untermieter bei uns einzieht – Nerven liegen blank, und der Schaden ist enorm...

 

Anbei ein paar Bilder...

 

 

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Eine Demontage der Küche war im Vorhinein nicht eingeplant.

Um also zu erkunden wo das „Übel“ sitzt, so wurde eine Spezialkamera eingesetzt.

Urin und etwas Fressbares wurden hierbei gesichtet.

Von der Ratte fehlte jedoch jegliche Spur.

 

 

 

 

 

 

 

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Hinter diesem Spalt wurde ein Nest geortet.

Wo die Ratte das Nylon hierfür her hatte war den Jägern ein Rätsel.

Wieder schien sich die Wanderratte in Luft aufgelöst zu haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Abbau der Einbauküche.

 

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Ein Blick hinter/unter die „Kulissen“.

Urin und Kot der Wanderratte.

Der Geruch wird penetrant.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Demontage.

Hier wird nicht aufgebaut sondern abgebaut.

Immer noch sitzt die Ratte im sicheren Unterschlupf.

 

 

 

 

 

 

 

24 Stunden nach dem Kohlendioxideinsatz.

Die Ratte hatte den „Gasangriff“ schadlos überstanden und begann wieder mit ihrer Tätigkeit.

Nun blieb ihr jedoch nur noch der hintere Teil des Kühlschrankes als Versteck.

 

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Mit der Spezialkamera wurde nun hinterm Kühlschrank gesucht.

Die Ratte saß hierbei mit dem Rücken zum Jäger.

Vielleicht wollte sie ihm ihre „kalte Schulter“ zeigen.

Dennoch war das Tier nun in der Falle.

Der Fluchtweg wurde verriegelt.

Das Kohlendioxid wurde unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen nun direkt eingeleitet.

Die Ratte „schlief“ hierbei ohne ersichtliche Reaktionen ein.

 

 

 

 

 

 

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Mit einem Stock wurde das Tier hervorgestochert.

Zur Sicherheit bekam sie noch einen kräftigen Hieb auf den Kopf.

Ein zweites Mal sollte die Ratte nicht mehr vom „Toten“ auferstehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Manuela und lieber Martin.

Ich möchte mich nochmals für diese interessante Rattenjagdgeschichte bei euch bedanken. Es beweist uns, dass Ratten durch Klugheit und Misstrauen überleben können. Selbst ohne „Vorkoster“ wird das Gift des Öfteren verschmäht. Solche Reaktionen sind kein Einzelfall. „Der Mensch denkt, die Ratte lenkt“.

 

Ich wünsche euch für die Zukunft eine rattenfreie Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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