Das Geschlechtsorgan der weiblichen Wanderratte.

 

Für einen unkundigen Rattenfänger ist es nicht immer leicht das Geschlecht einer Wanderratte zu bestimmen. Wozu den auch. Im Normalfall ist man mit dem Fangergebnis zufrieden.

Ein guter Fänger sollte sich jedoch ein wenig mit dem Geschlecht der Tiere befassen, denn somit kann er in etwa sagen, welches Tier sich eventuell noch im Fangbereich aufhält.

Fängt man nun ein weibliches Alttier oder umgekehrt, so kann man noch ohne weiteres mit dessen Partner und deren eventuellen Nachwuchs bis zu vier Generationen rechnen. Es kommt eher selten vor, dass es sich bei einem Fang um ein Einzelltier handelt. Ich habe in meiner langenjährigen Fangzeit nur wenige Einzellgänger erlegt. In den meisten Fällen war zumindest noch ein zweites Tier vorhanden. Ein guter Rattenfänger sollte also bestrebt sein das ganze Problem zu lösen und daher keine halben Sachen machen.

 

Um mich aber in dieser Materie schlau zu machen, so benötigte ich hierbei eine professionelle Hilfe und diese erhielt ich bei meinem langjährigen Freund und Fallenhersteller Jean Malevez aus der Schweiz und bei der netten Dame Frau Dr. Margit Schmid, welche das Naturkundemuseum „Inatura“ in der Gartenstadt Dornbirn leitet.

 

Was ich hierbei erfahren durfte, war für mich selber sehr beeindruckend. Ja. Es war wirklich spannend zu hören, wie sich bei weiblichen Mäusen und Ratten das Geschlechtsorgan von Geburt zu Geburt vor Verunreinigungen selber schützt. Da die Tiere ja doch meistens an verborgen unreinen Stellen hausen, so verschließt sich die Scharmpforte gleich nach der Befruchtung bis zur Geburt der Jungtiere mit einer feinen Hautschicht, sodass keine Krankheitserreger oder Keime eindringen können und somit dem Muttertier und dessen Ungeborenen kein Schaden zugefügt werden kann.

 

Um dem Leser das Erkennen der Geschlechtsteile leicht und verständlich zu machen, so habe ich hierfür diese Bildserie zusammengestellt.

 

 

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10.03.2009

Hier zeige ich ein weibliches erwachsenes Tier, welches ich mit der Uferfalle erlegt habe.

Das Tier hat eine Gesamtlänge von 42cm.

An den Geschlechtsteilen ist erkennbar, dass das Tier gerade paarungsbereit war.

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht der Geschlechtsteile des Tieres.

Für einen „Neuling“ etwas verwirrend.

Er könnte im ersten Augenblick meinen, dass es sich bei dieser Öffnung um das After handeln könnte.

Zur Klärung hierfür die nächsten Bilder.

 

 

 

 

 

 

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Frau Dr. Margit Schmid vom Naturkundemuseum Inatura erklärt.

Weißer Pfeil: Urethra – Harnröhre oder Harnöffnung für Urinabgabe.

Gelber Pfeil: Vagina oder Scheide für Geschlechtsöffnung.

Lila Pfeil: Anus oder After für Darmöffnung.

 

 

 

 

 

 

 

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Ich drücke hierbei etwas mit dem Daumen an den Unterleib.

Sogleich erscheint an der Harnöffnung etwas Urin.

 

 

 

 

 

 

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Kluge Menschen werden natürlich bei so einem Test Handschuhe tragen.

Somit wird vermieden, dass nicht wie hier bei mir ein Urin auf den Daumen kommen kann.

Über den Urin können Krankheitserreger auf den Menschen übertragen werden.

 

Selbst Konrad Gessner schrieb bereits in seinem Buche im Jahre 1563 wie folgt:

So die Ratten in ihrer Brunst sind sollen sie schädlich seyn.

Daß wo ihr Harn einem Menschen auff den blossen Leib kommet,

so soll derselbe das Fleisch biß auff das Bein verfaulen.

In Gessners Zeit gab es allerdings in Europa noch keine Wanderratte, sondern nur die Hausratte auch „große Hausmaus“ genannt.

 

 

 

 

 

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Die Geschlechtsteile haben aber auch verschiedene Fachausdrücke.

Der Mäusejäger und Fallenhersteller Jean Malevez erklärt hierzu.

Weißer Pfeil: Clitoris oder Harnpforte zum Urinieren.

Gelber Pfeil: Vagina oder Scharmpforte für die Fortpflanzung.

Grüner Pfeil: Anus oder After.

 

 

 

 

 

 

Zum Vergleich hierzu noch ein weibliches Jungtier.

 

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Dieses Jungtier wurde am 04.07.2009 mit der Wina Rattenfalle gefangen.

Die Gesamtgröße beträgt hierbei exakt 22cm.

 

 

 

 

 

 

 

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Im ersten Moment könnte man dieses weibliche Jungtier mit einem Männchen verwechseln.

Jedoch der Schein trügt.

 

 

 

 

 

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Weißer Pfeil: Urethra – Harnröhre.

Gelber Pfeil: Mit einer feinen Haut verschlossene Vagina – Scheide.

Türkiser Pfeil: Anus – After.

 

Bei Jungtieren bleibt die Vagina bis zur Geschlechtsreife geschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich möchte mich noch einmal recht herzlich bei Frau Dr. Margit Schmid von der Inatura www.inatura.at und bei meinem Freund Jean Malevez von www.topcat.ch für die nette und hilfreiche Unterstützung bedanken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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