Kleine Veränderungen am Fell verraten die weiteren Wühlmäuse im Bau.

 

Hin und wieder kommt es vor, dass wenn man eine erwachsene Wühlmaus fängt, an deren Fell abnormale Veränderungen festzustellen sind.

Dies fällt auf, sobald man das Tier aus dem Gang heraus nimmt. In den meisten Fällen ist das Fell vom hinteren Bereich bis manchmal an den Rücken nach vorne verschoben. Manchmal kann es auch sein, dass über dem Rücken der Tiere feine Erdreste zu finden sind. Findet man also so ein Tier in der Falle vor, so sollte man sofort wieder die Wühlmausfalle nachsetzen. Der Fänger sollte also nicht so mir nichts dir nichts einfach die toten Wühlmäuse aus dem Gangsystem entfernen, sondern, er sollte sein Auge auf solche Veränderungen schulen. Solche Kleinigkeiten sollte jeder Wühlmausjäger sofort im „Hinterkopf“ registrieren ohne denken zu müssen.

Im Normalfall sind alte Wühlmäuse ja recht „verstrittene, aggressive“ Einzelbaubewohner. Während der Aufzucht der Jungen sind die weiblichen Alttiere jedoch nicht alleine, wobei sogar gelegentlich der alte Bock bei seiner „Familie“ noch oder bereits wieder sein kann. Ich habe hierbei jedoch nur ein einziges Mal eine ganze Wühlmaussippe bestehend aus dem Muttertier, dem Bock und vier Jungtieren ausgegraben. In einigen Fällen fing ich das Alttier und die Jungen, oder bei der Paarungszeit die beiden „Verliebten“. In den meisten Fällen fing ich jedoch Einzeltiere.

 

Am 20.04.2009 konnte ich wieder einmal so ein Tier mit einer Fellveränderung in der bayrischen Drahtfalle vorfinden.

 

 

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Am 20.04.2009 um ca. 18,00Uhr.

Zum Abschluss des Tages noch ein ganz normaler Fang, so könnte man es meinen.

Am Fell ist jedoch eine kleine Veränderung festzustellen.

Diese Veränderung deutet noch auf mehrere Tiere im Wühlmausbau hin.

 

 

 

 

 

 

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Die verräterische Fellveränderung.

Findet man solch eine Druckstelle im Fell vor, so sollte man sofort die Falle nachstellen.

Allerdings sollte man hierbei eine recht feingängige Falle benützen, da die Jungtiere nicht recht stark sind.

Ein Jungtier sollte also eine Falle mit wenig Kraft auslösen können.

 

 

 

 

 

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Das Tier wird gewendet.

Es handelt sich hierbei um ein Alttier mit einem Nachwuchs im Bau.

Dieses Muttertier hat eine Gesamtlänge von 22cm.

 

 

 

 

 

 

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Die Zitzen zeigen, dass der Nachwuchs noch gesäugt wird.

 

 

 

 

 

 

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Allerdings muss der Nachwuchs schon recht groß sein, da die Vagina des Tieres bereits zu einer erneuten Paarung geöffnet ist.

Dass es sich aber bei diesem Nachwuchs um Kannibalen handelte, konnte am toten Alttier noch nicht festgestellt werden.

Am Alttier waren noch keine Fraßspuren durch die Jungtiere ersichtlich.

 

 

 

 

 

Die Jungmäuse wurden vom 21. bis zum 24.04.2009 ohne Probleme gefangen. Im Normalfall wäre so ein Fang an einem Tage abgeschlossen, jedoch mangelte es mir an der Zeit.

 

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Das Jungtier Nummer 1 am 21.04.2009

Dieses Tier wurde von seinen Geschwistern bis zur Unkenntlichkeit aufgefressen.

Außer dem Fellstück, den Hinterpfoten und dem Schwanz blieb nichts übrig.

Dies ist allerdings für den Fänger kein Nachteil, da die Tiere die Falle nicht fürchten.

 

 

 

 

 

 

 

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Das Jungtier Nummer 2 am 22.04.2009

Diesem Tier wurde der gesamte Oberkörper von den restlichen Geschwistern abgefressen.

 

 

 

 

 

 

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Das Jungtier Nummer 3 am 23.04.2009

Dieses Tier wurde bis zum Brustbereich komplett aufgefressen.

Die hier gezeigten sterblichen Überreste haben noch eine Gesamtlänge von 3,8cm.

 

 

 

 

 

 

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Selbes Jungtier Nummer 3.

Durch das Zuschlagen der bayrischen Drahtfalle wurde diesem Tier der Schädel regelrecht zertrümmert.

Dies kann man am verschobenen Gebiss erkennen und man konnte es am Schädeldach „fühlen“.

 

 

 

 

 

 

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Das Jungtier Nummer 4 am 24.04.2009

Der letzte Kannibale aus dieser Sippe.

Die bayrische Drahtfalle hat ihn mit einem Schlag getötet.

Das Tier hatte eine Gesamtlänge von 14,5cm.

 

 

 

 

 

 

Schlussendlich waren diese vier Jungtiere noch im Bau. Vermutlich hatten die ersten drei Tiere auch eine Gesamtgröße von etwa 14 bis 15cm.

Die Tiere waren ca. 25 Tage alt. Junge Wühlmäuse können ohne weiteres bis über einen Monat vom Muttertier gesäugt werden.

Der alte Wühlmausbock konnte allerdings nicht gefangen werden. Entweder hat er das hitzige Weibchen bereits wieder verlassen, oder er war noch gar nicht in dessen Bau zur Paarung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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