Die fallenscheue Wühlmaus in die bayrische Drahtfalle locken.

 

Gleich vorweg. Dieser Versuch funktioniert nicht immer, denn nicht jede scheue Wühlmaus lässt sich mit so einem billigen Trick in die Falle locken. Hin und wieder funktioniert dies aber doch. Bekommt man es aber wirklich einmal mit so einer schwierigen Maus zu tun, so wäre es ratsam sofort den Kieferle Wühlmausschussapparat einzusetzen.

 

Wieso kann eigentlich ein Problem mit einer Wühlmaus entstehen??

Vielfach sind die hoch gepriesenen Verwühlproben welche von klugen Wühlmausjägern empfohlen werden an diesen Mieseren schuld. Die Wühlmaus kommt und verschließt die Öffnung. Wird diese wieder geöffnet und eine Falle hineingestellt so kann es vorkommen, dass das Tier die Falle nicht mehr passieren möchte, sondern direkt am Auslöser abwühlt. Tja was soll man da noch großartig machen. Ich habe dies schon selber bei Versuchen erlebt und selbst das Vorrücken der Fallen im Gange und das Abdecken des restlichen Gangsystems hatten keinen Erfolg mehr. Die Wühlmaus erkannte die Falle an jedem neuen Standort. Solch schlaue Tiere schafften es in wenigen Stunden das Gangsystem von der Falle aus bis auf ca. 2 Meter so dicht zu verwühlen, sodass es ohne Suchstock kaum möglich gewesen wäre den Anschluss wieder zu finden. Solche verschlossene Gänge sind hernach ungeheuer dicht und fest. Vor allem schaffen es solch schlaue Mäuse schlussendlich auch, dass der unerfahrene Jäger welcher ihnen nach dem Leben trachtet kapituliert.

 

Das gleiche Problem entsteht auch wenn die Fallen zu stark gestellt werden und diese bei der geringsten Berührung der Wühlmaus nicht sofort auslösen können. Auch hierbei werden die Tiere oft verprellt und wühlen nur noch bis zum Auslöser oder sogar nicht einmal mehr so weit bis zur Falle, sondern sie verschließen den Gang schon 20cm vor der eigentlichen Gangöffnung.

 

Solche Scherereien wie oben angeführt kann man sich nur durch ein genaues Stellen der Fallen ersparen. Bei uns zuhause sagte man immer, „Beim Hudeln gibt es die Kinder“. Ein Fallensteller sollte also immer mit Ruhe und Bedacht an die Sache gehen und sich bei der Arbeit durch nichts ablenken lassen. Nur somit kann er sein Ziel schnell und komplikationslos erreichen.

 

 

 

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Die viel gepriesene Verwühlprobe.

Diese Gangöffnung wurde von einer Arvicola terrestris bis oben hin zugewühlt.

Solche Proben können einem Fänger eine Menge Ärger bescheren.

Durch ein späteres Stellen der Falle kann die Wühlmaus vergrämt werden.

 

 

 

 

 

 

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Die bayrische Drahtfalle wird nach der Verwühlprobe exakt nach Plan gestellt.

An und für sich sollte nichts schief gehen und der Fang sollte normal verlaufen.

 

 

 

 

 

 

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Die Falle wird mit einem Wasenstück bis auf das Zweifingerloch sauber abgedeckt.

 

 

 

 

 

 

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Nach einer guten Stunde kommt die Ernüchterung.

Die Falle ist noch scharf, jedoch wurde das Gerät bis zum Auslöser abgewühlt.

Man könnte nun das „Spielchen“ bis zur „Vergasung“ so weiter spielen. Immer wieder ein erneutes Stellen………

Das man aber mit dieser Methode nicht mehr weiter kommt ist klar. Das Tier hat zu schnell gelernt.

 

 

 

 

 

 

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Ich nehme nun die Falle aus dem Gangsystem und reinige den Fangplatz erneut.

 

 

 

 

 

 

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Die Falle wird nun wieder so scharf wie nur möglich eingebaut.

Ein guter Fänger muss sich jetzt zu helfen wissen.

 

 

 

 

 

 

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Welche Möglichkeiten habe ich nun, um das sich im Bau befindliche Tier anzulocken.

Da ein Wühlmausfänger ja immer mehrere Tiere an einem Tag fängt, so nimmt er sich ein totes Tier zum Anlocken der vergrämten Wühlmaus.

Dies wird natürlich nicht immer durch einen Erfolg „gekrönt“, da nicht jede Maus gleich auf einen „Eindringling“ reagiert.

Man muss sich also auf sein Glück verlassen und kann hierbei nur hoffen, dass es klappt.

Ginge dieser Versuch daneben, so wäre der nächste Schritt der Kieferle Schussapparat.

 

 

 

 

 

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Der Lockvogel sprich „Lockmaus“ wird nun im hinteren Bereich der Falle eingelegt.

Ich habe hierbei ein männliches Jungtier ausgewählt.

Wird der Bau von einem Männchen bewohnt, so wird er das fremde Männchen vertreiben wollen.

Sitzt ein weibliches Tier darinnen, tja keine Ahnung wie dieses auf den Besuch reagieren würde.

Ein Wühlmausfänger braucht nicht nur Wissen sondern halt auch etwas Glück.

 

 

 

 

 

 

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Das Locktier wird ca. 1cm hinter den scharfen Auslöser gelegt.

Kommt der „Hausherr“, so sollte er keinen direkten Kontakt mit dem „Eindringling“ haben.

Er sollte den unerwünschten Gast vertreiben wollen, wobei aber der scharfe Auslöser im Wege steht.

 

 

 

 

 

 

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So in etwa sollte das Tier hinter dem Auslöser liegen.

 

 

 

 

 

 

 

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Nun wird die Bayrische samt der toten Wühlmaus wie gewohnt sauber abgedeckt.

Das Luftloch sollte aber dennoch wie üblich im hinteren Bereich offen sein.

 

 

 

 

 

 

Bei so einem Experiment sollte man die Falle nicht schon nach einer halben Stunde kontrollieren, sondern der Wühlmaus genügend Zeit lassen. Die im Bau befindliche Wühlmaus sollte sich an diese ungewöhnliche Situation je nach dem langsam gewöhnen können und nicht etwa durch Angst oder Stress voreilig die Falle wieder verwühlen und hierbei den toten Feind einfach ignorieren.

Ich habe dies bei Tests leider öfters erleben müssen, dass die Falle trotz des Lockvogels verwühlt wurde. Man kann also wirklich nur hoffen, dass das Tier aggressiv genug ist und auf den „Besuch“ zornig reagiert.

 

 

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Nach ca. 2 Stunden.

Der Wasen wird angehoben und das Ergebnis ist diesmal klar ersichtlich.

Die Fallenscheue Wühlmaus konnte in die Falle gelockt werden.

Wie gesagt. Die Chance besteht aber höchstens 50/50 auf einen Erfolg.

 

 

 

 

 

 

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Die Wühlmaus hat sich am Auslöser „verbissen“.

 

 

 

 

 

 

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Lockvogel und Gejagter.

Es handelt sich hierbei um ein männliches Alttier.

Die Rechnung ging hierbei auf. Das Alttier wollte vermutlich den Eindringling vertreiben.

 

 

 

 

 

 

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Die Wühlmaus hat mit den Zähnen am Auslöser gerissen.

Sie wurde infolge sofort getötet und konnte daher den Biss nicht mehr vom Eisen lösen.

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht.

 

 

 

 

 

 

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Das Geschlechtsteil.

 

 

 

 

 

 

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Der rechte Hinterfuß des Tieres.

 

 

 

 

 

 

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Alternativen.

Wäre der Fang nun nicht so wie oben verlaufen, so wären diese Fallen noch als Alternative zu Verfügung gestanden.

In der Hand halte ich die Badische Drahtfalle auch „Schwizafalla – Schweizerfalle“ genannt.

Oben der Kieferle Wühlmausschussapparat.

Darunter die Augsburger Kippbügelfalle von Friedrich Wolf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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