Wühlmäuse auf historischen Boden.

 

In Hohenems gibt es heute noch einen Flurnamen welchen man „Galgen“ nennt.

Dieser Name stammt noch aus der Zeit der Ritter von Ems, welche an dieser besagten Stelle eine eigene Richtstätte hatten. Die Emser verfügten in späterer Folge sogar über einen eigenen Henker, welcher aber laut historischer Überlieferung erst fix während der so genannten „Hexenverfolgungen“ eingestellt wurde. Zuvor holte man sich den Henker „leihweise“ aus Bregenz.

 

Ritter und Henker sind bereits „ausgestorben“. Geblieben sind an jener Stelle jedoch noch ein Bildstock welcher an die gerecht gerichteten Verbrecher und die unschuldig ermordeten Menschen wie „Hexen und Hexer“ erinnert, sowie die Wühlmäuse, welche sich in und um diesen Ort der „Gerechtigkeit“ tummeln.

 

 

Drei Wühlmausbaue im Bereich der ehemaligen Richtstätte zu Ems.

 

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Der erste Wühlmausbau hat einen Durchmesser von 145x140cm.

Dieser Haufen wurde binnen 14 Tage auf eine Größe von 150x172cm erweitert.

Es ist November und die Tiere sind daher reichlich aktiv.

Sie bereiten sich auf die Wintermonate vor.

 

 

 

 

 

 

 

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Dieser zweite kleinere Haufen hat einen Durchmesser von 95x110cm und ist 4,10m vom ersten Wühlmausbau entfernt.

In binnen gleicher Zeit wurde auch dieser auf 110x126cm erweitert.

Im Erdhaufen befinden sich die Spuren eines Fuchses und einer Katze.

Diese Tiere haben der Wühlmaus jedoch nicht nach dem Leben getrachtet.

 

 

 

 

 

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Der dritte Wühlmausbau hat zahlreiche kleine Erdhügel und ist besonders großflächig angelegt.

Das Territorium dieses Tieres beträgt gut 40qm.

Die kleineren Erdauswürfe haben einen Durchmesser von ca. 7x7cm.

Größere Haufen haben einen Durchmesser von ca. 20x25cm.

 

Im Hintergrund ist das Bildstöckchen welches an die Richtstätte erinnert erkennbar.

 

 

 

 

 

 

 

Der Bildstock im „Galga“ (Galgen.)

 

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Man nannte diese Bauten auch Totenleuchte oder Lichtstock. Dieses so genannte „Mahnmal“ sollte wohl zur Abschreckung dienen. Die Gerichteten wurden laut Überlieferungen vermutlich noch an Ort und Stelle „begraben“. Der Bildstock ist im unteren Bereich achtkantig und hat eine Höhe von 2,22 Meter. (Ohne Kreuz gemessen) Er ist nach 3 Seiten offen und an einer Seite geschlossen. Das Bauwerk ist mit den jeweiligen oberen vier Kanten exakt nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Beim genaueren Betrachten könnte man meinen, dass zumindest zwei der drei offenen Seiten einst mit einem Fensterstock geschossen waren. Es sind in den „Fensterrahmen“ sogar noch rostige Eisenteile erkennbar. Dies wäre durchaus denkbar, denn eine Kerze wurde somit vorm Erlöschen geschützt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Nahansicht des Lichtstockes im oberen Bereich welcher unter Denkmalschutz steht.

Es ist mir aufgefallen, dass jedes Mal wenn ich hier vorbeikomme der Lichtstock mit Blumen ectr. geschmückt ist.

 

 

 

 

 

 

 

Das ehemalige Ratshaus in welchem für Recht und Ordnung gesorgt wurde.

 

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Dieses Ratshaus wurde laut dem Hohenemser Volkskundler Herr Burghart Häfele im Jahre 1637 erbaut. Nach dessen Fertigstellung wurde es sogleich von 1637 bis 1830 als Ratsstube verwendet. Eine 200 Jahrfeier gab es demnach wohl keine. In diesem Hause wurden nicht nur die Gesetze für die Emser Bevölkerung, sondern möglicherweise auch Hinrichtungen beschlossen. Das Gebäude ist tiefrot und erinnert mich an den Rittersaal in Heidenreichstein dessen Deckenholz mit Ochsenblut getränkt ist. Dieses doch eher feuergefährdete Ratshaus auch „Kanzlei“ genannt steht heute unter Denkmalschutz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Am äußeren Gebäude zur Strasse befindet sich dieses Zeichen ins Holz geschlagen.

Laut der Überlieferung sollte es die Gerichtsbarkeit von Hohenems symbolisieren.

„Die Henkersaxt und etwas schlecht erkennbar der Richterstab in der Mitte der Axt“.

Im unteren Bereich des Balkens ist kaum noch lesbar die Jahreszahl 1637 zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht der Richtaxt und des Richterstab.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht der schlecht erkennbaren Jahreszahl 1637

 

 

 

 

 

 

 

Heute befindet sich dieses historische Gebäude in einem vernachlässigten Zustand und die zuständigen Herren sprich „Stadtväter“ finden es nicht der Mühe und Wert sich um dessen ordentliche Erhaltung zu kümmern. Immerhin gehört dieses Gebäude der Stadt Hohenems. Es ist eine Schande ein Haus, in welchem viele Jahre Recht und Ordnung beschlossen wurde, einfach so vergammeln zu lassen.

 

Ja, die Emser Stadtväter könnten sich einiges von ihren Nachbarn den Dornbirnern abschauen. Verfügt man dort über ein um nur zwei Jahre jüngeres Gebäude welches weltbekannt ist, nämlich, dem Roten Haus (1639) im Herzen von Dornbirn. Ja und wenn auch dieses Gebäude in Privatbesitz ist, so sind die Dornbirner Bürger trotzdem stolz auf dieses Juwel und in Ems ist es halt so, dass wahrscheinlich keine 10% ihr altes rotes Rathaus in der Sägerstrasse kennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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