Wo finde ich die seitlichen Duftdrüsen der Wühlmaus.

Den wenigsten Menschen welche eine Wühlmaus fangen wird deren beidseitige Seitendrüse auffallen oder gar interessieren. In erster Linie geht es ja darum das Tier zu erlegen. Ja über diese Drüsen wird selbst heute noch nicht viel berichtet. Für die männliche Wühlmaus sind sie zumindest bei der Paarung wichtig.

 

Erstmals erwähnt wurden diese Drüsen um 1815 von Geoffroy Saint Hilaire. Allerdings ist hierbei außer der Erwähnung nichts weiter bekannt.

 

Im Jahre 1883 wurden diese Seitendrüsen vom Schweizer Naturforscher Pfeifer jedoch schon recht gut beschrieben.

„Die hier vorkommende Nuelmaus hat nämlich in beiden Flanken ein haarloses, drüsenartiges Hautorgan, welches sich mehr oder weniger entwickelt, aber wahrscheinlich immer zeigt. Bei der Nuelmaus ist das angeführte drüsige Organ bei beiden Geschlechtern bis 1,5cm lang und 8mm breit und mit einer schorfähnlichen, wachsartigen Sekretion bedeckt. Diese drüsige Hautstelle ist in der Regel auch äußerlich leicht, ganz gewiß aber beim Abstreifen der Haut zu entdecken, wo sie sich an der inneren Fläche derselben durch ihre helle Färbung mit örtlich stark infizierter Hautvene kennzeichnet“.

 

Um 1939 schrieb Dr. Adolf Herfs in seinem Buche folgendes.

„Bei den älteren Männchen ist auch die Seitendrüse, die bei beiden Geschlechtern vorhanden ist, deutlicher ausgeprägt als beim Weibchen. Wer die große Wühlmaus häufiger bei der Paarung beobachtet hat, wird sicher den Eindruck gewinnen, dass diese im Geschlechtsleben wenigstens beim Männchen eine Rolle spielt. Das Männchen kratzt sich mit den Pfoten eifrig an den beiden Seitendrüsen und putzt sich dann mit den Pfoten durch das Gesicht. Nach diesem Putzakt ist eine deutliche Steigerung der Erregung zu beobachten. In den meisten Fällen erfolgt gleich darauf die Kopula. Dass die Seitendrüsen beim Geschlechtsleben der Wühlratte eine Rolle spielen, zeigen sorgfältige Untersuchungen. Die Seitendrüsen beim jungen Tier noch wenig entwickelt, zeigen ihre höchste Entfaltung bei kräftigen, geschlechtsreifen Tieren. Bei alten, geschlechtlich untätigen Tieren werden sie dagegen wieder zurückgebildet und die Haut der Flankenorgane wird wieder der normalen Haut ähnlich“.

 

Ich habe mehrere wissenschaftliche Schriften verglichen und es scheint so, als ob die Seitendrüsen alleinig für die Paarung dienen würden. Sozusagen zum „Scharfmachen“ des Partners. Zum Baumarkieren, so wie es mir gelegentlich von Wühlmausfängern erklärt wurde sind sie also höchstwahrscheinlich nicht geschaffen.

 

 

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Ich zeige hier ein weibliches Tier mit einer Gesamtgröße von 21cm.

Die Duftdrüse an der linken Seite.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Da es sich hierbei um ein weibliches Tier handelt, so sind beide Drüsen nicht so stark ausgeprägt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht der linken Duftdrüse.

 

 

 

 

 

 

 

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Die Seitendrüse an der rechten Seite.

Hierbei ist die Drüse noch schwächer ausgeprägt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Es war gar nicht einfach diesen „Scharfmacher“ zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

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Nahansicht der rechten Drüse.

 

 

 

 

 

 

 

Diese beidseitigen Drüsen befinden sich bei der Arvicloa terrestris, Wühlmaus, Wasserratte, Nuelmaus, Graumaus oder wie das Tier je nach Landstich auch immer genannt wird an der unteren Körperhälfte seitwärts in der Nähe der letzten Rippen. Sobald man die Stelle kennt ist eine Suche nicht mehr schwierig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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