Die mögliche Größe einer Wühlmausfamilie.

 

Im Normalfall ist die Wühlmaus alleine im Bau. Sie ist mürrisch und daher ein Einzelgänger. Jedoch bei der Paarungszeit kann auch der Partner anwesend sein. Aus diesem Grunde sollte man immer nach dem Fang eines Tieres die Falle nochmals stellen um zu sehen, ob es sich nun tatsächlich nur um ein Einzeltier gehandelt hat oder nicht. Und das besonders während der Frühjahrs und Sommermonate. Ab dem Herbst kommt es schon recht selten vor, dass sich zwei Alttiere im selben Bau befinden.

 

Es kann aber auch vorkommen, dass sich noch die vier Jungtiere beim Muttertier befinden. In diesem Falle wären mindestens 5 Wühlmäuse im Bau. Sobald jedoch diese Jungtiere selbstständig sind, werden sie vom Alttier aus dem Bau vertrieben und sie gehen oberflächlich auf der Wiese ihre eigenen Wege.

 

Es ist allerdings auch nicht auszuschließen, dass wenn das Weibchen trotz der Jungbrut schon brünstig ist, auch der alte Mäusebock bereits anwesend ist. Dann wären gesamt 6 Tiere zum Bekämpfen.

 

Als ich dieses Jahr während der Sommermonate eine groß angelegte Wühlmausbejagung durchführte, so kamen die unterschiedlichsten Ergebnisse zu Tage. Von den ca. 450 Bauen welche ich bejagte waren mindestens 50 doppelt belegt und an die weiteren 15 Baue mit Jung und beiden Alttieren besetzt. Ob nun tatsächlich Jungtiere im Bau sind kann man nur dann feststellen, wenn diese schon groß genug sind und sich vorm Gangsystem vom Fallensteller erblicken lassen, oder, man erkennt es an den Zitzen des Alttieres, ob diese eben noch gesäugt wurden oder nicht. Aber welcher Fallensteller hat auch schon Zeit jeweils die Zitzen zu kontrollieren? Keiner. Sind die Jungtiere beim Fang des Alttieres noch zu klein, so gehen sie ohnehin hernach ein, ohne jemals das Tageslicht gesehen zu haben.

 

 

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Die Ledigen.

Im Normalfall ist der Bau zu 90% mit einem Tier belegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Ehepartner.

Links das männliche Tier und rechts das weibliche Tier.

Bei der Paarungszeit keine Seltenheit. Beide Tiere aus einem Bau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Mutter mit ihren beiden Töchtern.

Links und Mitte die Töchter, rechts die Mutter.

Das linke Tier ist deutlich schwächer als ihre Schwester.

Dennoch stammen beide „Jungtiere“ aus demselben Wurf.

 

 

 

 

 

 

 

Es kommt eher selten vor, dass sich noch solch große Tiere wie oben gezeigt bei ihrer Mutter befinden. Allerdings habe ich auch schon einmal 5 Wühlmäuse in der annähernd gleichen Körpergröße plus Mutter ausgegraben. Es waren gesamt 6 Tiere im selben Bau. Solches ist allerdings extrem selten und grenzt eher an ein Wunder. Dies ist mir aber nur ein einziges Mal und zwar in Salzburg auf exakt einer Seehöhe von 1000m passiert. Im Normalfall wird die Jungbrut in einem gewissen Alter aus dem Bau gedrängt und eine Wanderschaft bleibt dieser nicht erspart. Es kann somit vorkommen, dass sich diese aus dem Bau geworfenen Tiere allesamt an einem Ort im Felde ansiedeln und die Baue dieser Geschwister auf einem engen Raume, jedoch getrennt liegen.

 

 

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Die Familie.

Es kommt eher selten vor, aber manchmal ist auch der Vater im Bau.

 

An und für sich wären ja die Jungmäuse in dieser Größenordnung bereits alleine überlebungsfähig.

Allerdings müsste hierbei das Wetter mitspielen, also mild und trocken.

 

Warum ist aber der alte Bock dabei?

Möglicherweise ist das Muttertier trotz ihrer Jungbrut bereits wieder paarungsbereit.

 

 

 

 

 

 

 

Und was schrieb Herr Dr. Kurt Schechner im März 1911 in Wien zu diesem Thema?

 

        Die Wühlmaus lebt paarweise; ein Paar eng an das andere an=

schließend. Im zeitlichen Frühjahre, meist aber noch im Winter, wenn die im

Vorjahre aufgespeicherten Vorräte verzehrt sind, macht sie sich dem Obstzüchter

bemerkbar. Das erhöhte Empfinden der Schädlichkeit ist zu dieser Zeit auf

den Mangel anderer pflanzlichen Nahrung und auf das Bedürfnis der

Nagerin, sich die lang gewordenen Zähne abzuschleifen, zurückzuführen.

                    Die Vermehrung der Wühlmaus ist eine große; die Schermaus bringt

3 – 4 mal im Jahre 2 – 9, die Erdmaus 2 – 7 Junge zur Welt.

                    Die Wühlerin ist ungemein geschäftig. Nach Mitteilungen der Mauser

soll sie mehrmals des Tages den Hauptbau verlassen und zu den Fraßstellen

ziehen. Nach den Fangergebnissen zu urteilen, dürfte dies in der Zeit zwischen

3 – 4 Uhr in der Früh und zwischen 5 – 6 Uhr nachmittags ziemlich regel=

mäßig erfolgen.

                    Bloßgelegte Gänge verstopft sie. Wahrscheinlich ist es nicht eindringende

Zugluft allein, die sie dazu treibt; es wäre sonst kaum zu begreifen, wozu sie

ab und zu Ausgucklöcher anbringt. Es wird wohl Neugierde auch dabei sein.

                    Die Wühlmaus hat einen unglaublichen Freiheitsdrang; in der Gefangen=

schaft macht sie alle Anstrengung, um frei zu werden und entwickelt bei solchen

Versuchen, auszubrechen, viel Klugheit.

                    Sie gräbt sehr gut und wühlt hierbei die Erde von unten auf im

Gegensatz zum Maulwurf, der mit seinen Vorderbeinen nach den Seiten in

das Erdloch ausschaufelt. Sie schwimmt auch ausgezeichnet und läuft ober=

irdisch nur mäßig schnell; sie soll jedoch nicht gut tauchen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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