Wien 1948

 

Dr.Kriechbaum Wilhelm schreibt.

 

            Der „Gleiter“ eine Wühlmausfalle aus Glas, ist ein prismatischer

Glasbehälter, der unten geschlossen ist. Oben ist er zylindrisch geformt

und hat zwei Öffnungen. Eine kleine in der Mitte zum Einführen des Köders,

eine große nach der einen Seite hin, die im Durchmesser 5 cm beträgt, also

ungefähr die Breite eines Wühlmausganges entspricht. Die Gesamthöhe der

Falle beträgt 15 cm, die Breite 8 cm. Das Glas wird bis zu einem Drittel

mit Wasser gefüllt, wobei es vorteilhaft ist, etwas Petersiliensud beizugeben,

dessen Geruch die Wühlmaus anlocken soll. An einem Bast oder Bindefaden

wird ein Stück Möhre kurz befestigt und durch die mittlere Öffnung in das

Glasinnere so gehängt, dass dieser Köder gerade gegenüber der großen

Eingangsöffnung schwebt.

            Wichtig ist, dass weder das Glas, noch der Köder möglichst wenig

mit der bloßen Hand berührt wird, weil die Wühlmaus eine sehr feine

Witterung hat und der Menschengeruch sie misstrauisch macht.

            Zuerst überzeugt man sich davon, dass der betreffende Wühlmaus=

gang, beziehungsweise der dazugehörende Bau bewohnt ist. Man macht den

Gang frei und wartet einige Zeit zu, worauf man nachsieht, ob der Gang

unterdessen von der Wühlmaus verstopft wurde. Hat sich die Wühlmaus

auf diese Art bemerkbar gemacht, dann macht man nun senkrecht durch den

Gang einen Spatenstich und setzt das Glas aufrecht so ein, dass der Glas=

schnabel, das heißt die große Eingangsöffnung des Glases, fest in den

Wühlmausgang hineingepresst wird. Der Gang selbst soll von Erdkrümchen

frei sein (ausputzen mit einem Holzstäbchen!).

            Nachdem man nun die obere Köderöffnung mit einem Holzstück

abgeschlossen hat, wird das ganze Glas mit Erde abgedeckt, sodass es

lichtdicht abgeschlossen ist.

            Als Markierung steckt man neben jede Glasfalle ein Holz=

stäbchen. Die Wühlmaus, angelockt durch den Petersiliengeruch, beißt

den Bindfaden ab, um die Möhre in ihren Bau zu schleppen, dabei gleitet

sie auf der nach abwärts gerichteten Glaswölbung aus und fällt ins Wasser

(also eine „Falle“ im wörtlichsten Sinne), wo sie ersäuft.

 

Hierzu eine Zeichnung von Dr.Kriechbaum.

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gleiter für Wühlmäuse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                      zurück