Graz 1898

 

Coloman Größbauer, Landesobstbau und Wanderlehrer aus Grottenhof erklärt.

 

Das Fangen mit Fallen.

 

            Das Fangen mit Fallen ist wohl die sicherste und verlässlichste

Bekämpfung der Wühlmaus. Deshalb befasst sich der Verfasser auch vor=

wiegend mit dieser, weil das Ergebnis der Arbeit auf der Hand liegt,

während bei den anderen Bekämpfungsarten der Nachweis des Erfolges

erst durch mühsames Nachgraben erbracht werden kann. Das Fangen mit

Fallen wird darum auch zuerst behandelt.

            Es gibt verschiedne theils besser, theils schlechter geeignete Fallen,

mit denen je nach Gegend mit Vorliebe gearbeitet wird. Die Falle die am

einfachsten zu handhaben ist, sodass sie auch von Personen mit schwächeren

Händen gelegt werden kann, ist die Blechröhrenfalle.

            Der verstorbene Grazer Baumwärter Hofer und ein Seckauer

Klosterbruder haben damit sehr gute Erfolge erzielt. Nur die leidige Material=

frage hat bisher ihre größere Verbreitung verhindert. Mit dieser Falle können

auch mehrere Thiere – auch Junge – gefangen werden. Sie laufen hinein,

können aber nicht mehr heraus.

            Die Blechröhrenfalle, kurz „Röhrenfalle“ genannt, besteht aus einem

Zylinder von verzinktem Eisenblech (z. B. von alten Dachrinnen) der eine

Länge von 17 cm bis 30 cm und mehr haben kann. Er hat einen Durchmesser

von 4½ bis 8 cm und auf einer oder beiden Seiten Klappen, die sich wohl

nach innen, aber nicht nach außen öffnen, was durch eine Nase bewerkstelligt

wird.

Beim Legen ist zu beachten, dass die Falle „entwittert“ wird. Sodann

wird die in die Gangöffnung gelegt, dass die Klappen hängen und die Maus

ungehindert in die Röhre laufen kann. Zuletzt wird alles lichtdicht abgedeckt

und mit einem Stab gekennzeichnet.

 

Hierzu eine Zeichnung von Coloman Größbauer aus dem Jahre 1897

 

Die selbstthätige Mausefalle zum Fangen der großen Wühlmaus.

 

Aus Blech hergestellt.

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a.)   Die sich nach innen öffnenden Thürchen.

b.)   Nasen, die ein Aufgehen der Thürchen nach außen und somit auch ein

Entweichen des gefangenen Schädlings verhindern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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