Wien, 22 December 1881

 

Herr Generalsecretär Müller ruft zum Wühlmauskrieg.

 

Tod den Mäusen!

 

            Es ist hohe Zeit, dass den Mäusen überall mit aller Energie der Krieg erklärt wird! Es

ist schon das dritte Jahr, dass wir diese Plage im Lande haben. Der trockne und milde Vor=

winter hat die Vermehrung derselben begünstigt, und behalten wir diese Witterung im Allgem=

einen bei, so ist es im Frühjahre um unsere Kleefelder und Weizenäcker geschehen. Durch

gemeinsames Zusammenwirken aller Ortsangehörigen kann dem Schaden vorgebeugt werden.

Wendet alle Mittel an gegen die gefräßigen Nager, schlagt sie todt, gießt Wasser in ihre Löcher,

macht mit dem Erdbohrer oder mit dem Hopfeneisen Löcher in den Boden, wo sie hineinfallen

müssen, verwendet Phosphorpillen oder Strichninweizen, natürlich mit der gehörigen Vorsicht,

dass nicht andere Thiere oder sogar Menschen dabei Schaden nehmen, mit einem Worte, thut

alles was geeignet ist, ihnen das Lebenslicht auszublasen. Denkt nicht, der Nebel oder der Winter

werden die Mäuse schon tödten, sondern geht selbst an die Arbeit und zieht alle aus mit dem

Feldgeschrei: „Tod den Mäusen!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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