Dienstag 25 Juli 1944

 

Drahtkörbe als Wurzelschutz.

 

            Aus einem Leserbrief…..und nun noch die Verwendung von Gitterkörben

beim Pflanzen von Obstbäumen…..

            Herr Eipeldauer hat abgeraten; ich verstehe den Einwand wegen der Ein=

engung der Wurzeln, aber ich glaube, das dünne Drahtnetz ist in einigen Jahren

verrostet, und inzwischen ist der Baum doch geschützt. Einen Apfelbaum hatten die

Wühlmäuse ein Jahr nach der Pflanzung angenagt; ich habe dann ein Drahtnetz ein=

gebaut. Im letzten Winter waren die Mäuse wieder dran, aber ihre Gänge endeten

vor dem Drahtnetz. Ohne Drahtnetz wäre der Baum verloren gewesen. Trotz fleißigem

Fang und trotz Haltung einer Katze, kommen die Wühlmäuse immer wieder von den

Feldern herein, und im Winter beim tiefen Schnee haben sie ihr leichtes Spiel. Als

ich das erste Mal das Bäumchen aushob, war die Pfahlwurzel abgenagt, und darunter

hatten die Mäuse die in der Nähe angepflanzten Montbretienzwiebeln fein säuberlich

zusammengetragen. Das Bäumchen hatte noch eine seitliche Zugwurzel. Die angenagten

Stellen wurden mit Lehm verstrichen, auf diese Weise konnte das Bäumchen gerettet

werden. Heuer fruchtet es ganz schön, ohne Drahtnetz wäre es verloren gewesen.

            In unserer Gegend werden die Bäume vielfach mit Gitterkörben gepflanzt. Ich

glaube, der kleine Nachteil der möglichen Drosselung der Wurzeln wird vom Total=

verlust des Baumes aufgehoben. Ich selbst habe schon mehrere Bäume durch Mäuse=

fraß verloren.

 

                                   Herr Eipeldauer antwortet…..

 

            Dieser Brief gibt mir Anlaß, auf die Frage der Drahtnetzverwendung beim

Pflanzen von Obstbäumen nochmals zurückzukommen. Es ist wahr, ich bin gegen die

Verwendung von Drahtnetzen, jedoch nicht unbedingt. Augenblicklich hat eine Erört=

erung dieser Frage nicht viel Wert, weil, ja die Drahtnetze schwer zu haben sind.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass der Draht alsbald die Wurzeln einschnürt, und

wenn auch mit einem baldigen Abrosten gerechnet werden kann, so bleiben doch jene

Drahtstücke, die eingewachsen sind, als Fremdkörper in den Wurzeln, und irgendwann

kann die Wurzel abgeschnürt werden. Wenn jedoch die Wühlmausplage so arg ist, dass

man sich der Schädlinge gar nicht erwehren kann, so ist es immer noch besser, einem

Totalverlust vorzubeugen, auch auf die Gefahr hin, dass eine Anzahl der Wurzeln ab=

geschnürt werden. In der Praxis wissen sich ja doch so und so viele Gartenbesitzer

nicht anders zu helfen. In diesem Sinne bitte ich sie die Zeilen zur Kenntnis zu nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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