Wien, 19 Jänner 1882

 

Garteninspector Julius Jablanczy berichtet über eine nützliche Erfindung.

 

Ein neuer Ausräucherungsapparat.

 

Der Schaden, den gewisse schädliche Säugethiere, wie Füchse, Hamster,

Wühlmäuse ect. und Insecten auf Feldern und in Wäldern anrichten, ist groß und

beläuft sich im Laufe des Jahres auf eine recht beträchtliche Summe. Dagegen schafft

nun der hier dargestellte Ausräucherungsapparat, den ein Amerikaner Namens John E.

Melcher erfunden hat, die gewünschte Abhilfe.

 

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Neuer Ausräucherungsapparat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

            Der Apparat besteht aus einer Feuerkammer, welche rings um den Boden

herum einen scharfgespitzten, runden eisernen Mantel hat, den man rund um die Höhlen=

öffnung des Fuchsbaues oder der Hamster oder der Mäusewohnung fest in die Erde einschlägt,

derartig, dass dadurch ein dichter Verschluß hergestellt wird. Die Feuerkammer hat einen

Luftraum unterhalb des Rostes, welcher seinerseits wieder mit der die Luft hineintreibenden

Pumpe durch ein biegsames Rohr in Verbindung steht. Im Inneren geht eine Röhre von dem

Boden nach aufwärts, zu dem Zwecke, um die vergifteten Dämpfe von dem Obertheile der

Kammer herunter in die untere Kammer zu leiten, die durch jenen Eisenmantel dicht über

der Höhlenöffnung gebildet worden ist. Sobald nun in der Feuerkammer ein Feuer angemacht

wird, werden die vergifteten Stoffe in dieselbe hineingeschüttet und darauf die Oeffnung am

oberen Eingang zur Kammer verschlossen. Alsdann wird die Luftpumpe in Bewegung ge=

setzt und mit Hilfe derselben aller Qualm und die vergifteten Dämpfe in die Höhle des

betreffenden Schädlings getrieben, wodurch alle darin vorfindlichen lebenden Wesen ge=

tödtet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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