16 November 1943

 

Herr Anton Eipeldauer rät.

 

Bewahrt die Obstgehölze vor Wühlmäusen!

 

            Sowohl das Bedecken des Bodens unter den Bäumen wie das Heranschaufeln von

Schnee hat dort seine Nachteile, wo es Wühlmäuse gibt. Da muss man sehr gut achtgeben.

            Was haben Sie nicht schon alles gegen Wühlmäuse versucht? In einer der letzten

Folgen brachten wir ja einen speziellen Aufsatz über das Fangen von Wühlmäusen. Wer

Zeit hat und Fallen besorgen kann, möge jetzt noch einen Fangtag veranstalten. Auch Zelio

(Gift – ) Körner sind zu legen, wenngleich hiermit bei den Wühlmäusen nicht immer etwas

auszurichten ist. In gefährdeten Gärten muss man im Winter hie und da einmal nachschauen.

Ich habe es nicht gern, wenn im Herbst die Erde der Baumscheibe an den Baum herangezogen

wird. Darunter können die Mäuse in Ruhe nagen. Ich hätte es lieber, dass die Erde um den

Wurzelhals herum fest durchfröte, damit die Mäuse es nicht so leicht haben, Gänge zum

Wurzelhals zu wühlen. So wie man durch Beimischen von Glasscherben zur Pflanzenerde

den Wühlmäusen den Aufenthalt unangenehm machen kann, wäre es ja auch möglich, Schlacke,

wie sie aus dem Ofen kommt, darunterzumischen, beziehungsweise um den Wurzelhals zu

geben. Ich habe stets beobachtet, dass die Wühlmäuse neben dem Wurzelhals das Loch hatten,

herauskamen und nun noch am freiliegenden Wurzelhals nagten, soweit sie eben langen konnten.

Die Wühlmäuse kommen stets von unten, und dies müsste man bei Vorbeugemaßnahmen berück=

sichtigen. Wer also ein paar Bäumchen über den Winter schützen will, mache einen Versuch

und lege den Wurzelhals frei, um ein Gemisch von kleinen Glasscherben mit Erde oder zer=

kleinerter Schlacke herum zutun, damit die Tier beim Wühlen die scharfen Kanten zu spüren

bekommen.

            Damit Sie nachher irgendwann bei einer Arbeit an dem Wurzelhals sich nicht selbst

verletzen, ist es wohl besser, nur zerkleinerte Schlacke zu verwenden und nicht Glasscherben,

oder Sie geben gut acht.

            Natürlich hat man im großen Obstgarten für so etwas nicht Zeit und es bleibt dort die

direkte Bekämpfung durch Fang, Vergiftung oder Vergasung die rationellste Methode. Allenfalls

ersucht man die Landesbauernschaft um Nennung eines Wühlmausfängers, der im Tag 40 bis

50 Mäuse in die Fallen bringt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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