Braunschweig 1908

 

Herr Hermann Baldauf berichtet.

 

            Ich habe im Jahre 1907 etwa 60 Stück Wühlmäuse gefangen, nur mit

Zangenfallen.

 

Siehe Bild.

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maulwurfzangenfalle.

 

 

 

 

 

 

 

Fange wie folgt:

 

            Ich klemme zwischen die Falle eine Vorlegescheibe, in die Scheibe

klemme ich ein Stück Mohrrübe und schiebe nun die so aufgestellte Falle in

das Loch hinein und decke es luftdicht zu. Die Maus kommt und frisst an der

Rübe und fängt sich sehr leicht. Ich muss aber bemerken, dass die Falle sehr

stramm in der Feder sein muss, sonst würgt sich die Maus wieder heraus.

Früher, als ich anfing, Fallen mit zu schwachen Federn zu stellen, würgten sich

die Mäuse wiederholt aus dieser heraus und gingen nicht mehr in die Falle.

 

Nun zum Ausschwefeln der Mäuse:

 

            Über diese Erfahrung habe ich in einer Zeitung gelesen. Ich habe mir

einen Apparat selbst besorgt und diesen nach meinem Wunsch nachmachen

lassen. Denselben fülle ich zusammen mit Schwefelstücken und Holzkohlen halb

voll, stecke ihn auf der einen Seite an und schraube dann meine große Radfahr=

pumpe vor, mit dem anderen Ende stecke ich den Apparat ins Loch. Ich habe

nun nach fünfjährigem Kampfe die Erfahrung gemacht, dass die Wühlmaus ca.

¾ Meter tief in der Erde ihren Hauptgang hat. Diesen Gang suche ich nun auf

und beginne, wie oben erwähnt, mein Werk.

 

 

                                   Thiede bei Braunschweig

 

                                                           Hermann Baldauf im Jahre 1908

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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