Stift Hohenfurt im Jahre 1905

 

Pater Xaver Kraus vermerkt.

 

Vom Gift hin bis zur Ringelnatter.

 

            Meine Versuche mit Gift, Fallen und Typhusbazillen schlugen alle mehr oder wen=

iger fehl; es war nie eine merkliche Abnahme der Schädlinge zu beobachten. Die von vielen

Seiten empfohlene einfache und billige Methode, das Auslegen von Brotstücken, die mit

Typhusbazillen getränkt waren, habe ich im großen angewandt. Es wurden in einer ver=

hältnismäßig abgeschlossenen Obstanlage ganze Eimer voll dieser getränkten Brotstück=

chen ausgelegt. Die Herrichtung und Auslegung der Brotstückchen erfolgte genau nach

Vorschrift. Die Typhusbazillenkulturen waren frisch von einem Bakteriologischen Institut

bezogen. Ein Erfolg konnte aber nicht wahrgenommen werden, denn schon nach kurzer

Zeit fielen wieder 12jährige Pyramiden den Wühlmäusen zum Opfer.

            Am auffälligsten war die Abnahme, als ich im April geschnittene Apfelreiser in

der Rinde aufschlitzte, mit Arsenik bestreute und in die Laufgänge der Unholde senkrecht

einsteckte. Regelmäßig fand ich die Reiser geschält und hatte eine zeitlang Ruhe.

            Eine weitere Beobachtung im günstigen Sinne machte ich, solange ein großes

Exemplar der Ringelnatter im Küchengarten vorhanden war. Die Schlange verkroch sich

stets in die Wühlmausgänge. Verfolgte sie die Mäuse oder vertrieb sie dieselben bloß?

Es zeigte sich solange kein Schaden, bis ich die Schlange entfernte, da sie manchen

Besuchern unangenehm war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                       zurück