Hameln 1910

 

Herr Franz Möhring schreibt.

 

Strychnin.

 

            Ich nehme große Rosinen, öffne sie an einer Seite, klappe sie auseinander,

tue mit einem kleinen Hölzchen Strychnin hinein und klappe die Rosinen wieder

zu. Hierbei ist natürlich die allergrößte Vorsicht nötig. Man darf an den Händen

keine Wunden haben und muss das Verstreuen von Strychnin sorgfältig vermeiden.

Ich lege auf den Arbeitsplatz einen großen Bogen Papier, über dem ich das Ver=

giften vornehme. Nachher wandert das Papier sogleich ins Feuer. Nun lasse ich

an den Rändern der Baumscheiben nach Gängen suchen und lege in jeden Gang

eins bis zwei von den Rosinen. Der Gang wird mit einem Rasenstückchen oder

Erdklumpen wieder verschlossen, jedoch so, dass die Rosinen nicht verschüttet

werden. Auf diese Weise bin ich siegreich aus dem Kampfe mit dem lichtscheuen

Gesindel hervorgegangen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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