Hartmannsdorf im Jahre 1909

 

Herr Rudolf Blüthner schreibt.

 

Abschießen, Ausräuchern, Schwefelkohlenstoff.

 

            Von Wühlmäusen befahrene Gänge sind leicht daran zu erkennen, dass eingestoßene

Löcher schnell wieder geschlossen werden, weil Wühlmäuse kein Licht vertragen.

            Auf diese Eigentümlichkeit baut sich das Abschießen der Wühlmäuse. Wühlmausgänge

ziehen sich gewöhnlich flach unter dem Erdboden hin. Die aufgeworfenen Haufen sind viel

unregelmäßiger als die des Maulwurfs, bestehen aus größeren Erdstücken und haben niemals

eine Oeffnung. Oeffnet der Jäger das Loch, macht sich nicht weit davon einen Sitzplatz und

visiert sein Gewehr ein, so hat er nachher eigentlich nur abzudrücken. Die Selbstschüsse für

für Wühlmäuse beruhen auf diesem Grundsatz. Die Wühlmaus kommt, sofern der Gang befahren

ist, schon in der ersten Viertelstunde in der Oeffnung der Löcher zum Vorschein. Sie ist nicht im

mindesten ängstlich, sodass der Jäger genügend Zeit hat. Wo Falle und Gift versagen, ist das

Abschießen oft sehr lohnend.

            Ein weiteres Mittel besteht in dem Ausräuchern der Wühlmäuse durch Schwefel und

andere Dämpfe. Die Fabriken von Holder, Platz & Sohn und andere fertigen für diesen Zweck

besondere Räucherapparate. Beim Ausräuchern ist die Hauptsache genügend zu räuchern. Ge=

schieht das nicht, so ist die Arbeit vergebens. Die Mäuse werden nur betäubt und kommen

nachher wieder zum Vorschein.

            Auch der Schwefelkohlenstoff wird wie bei Blutlaus und Engerling angewendet. Ob er

aber bei ihr gerade die besten Erfolge zeitigt, möchte ich bezweifeln. Der Kampf gegen den

Hamster wurde ehedem auch mit Schwefelkohlenstoff geführt. Man machte jedoch die Erfahrung,

dass die Hamster nur betäubt wurden. Da die Wühlmaus selten im festen Standquartier anzutreffen

ist, so wird man mit ihr noch eher die gleiche Erfahrung machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                       zurück