Sintern 1912

 

Herr Peter Schmitz beschreibt.

 

Räucherofen.

 

            Meinen abgebildeten Räucherapparat kann sich jeder mit ein bisschen Geschick

selber anfertigen.

 

Siehe Bildbeschreibung:

Textfeld:

 

 

 

 

Blasbalg.

 

 

 

Verstärkung.

 

Deckel.

 

 

 

 

 

 

Stinkende Abfälle.

 

 

 

 

 

Feuchtes Stroh.

 

 

Drahtrost.

 

Rauch.

 

 

 

Mausegang.

 

 

 

 

            Man nehme ¾ bis 1 Meter Ofenrohr, versehe es an einem Ende inwendig mit einem

Rost, kreuzweise zwei Drähte, auswendig ein wenig vernietet, versehe es oben mit einem

Deckel, welcher eine Oeffnung besitzt zum Einführen der Spitze eines Blasebalges. Die

Fläche mit dem Loch oder Deckel muss ein wenig verstärkt sein, sonst würde derselbe zu

schnell nachgeben. Eine weitere Beschreibung ist wohl unnötig. Dieses Rohr wird nun mit

stinkendem Material, Knochen, Leder, Lappen und Schwefel gefüllt. Zuerst wird über dem

Rost eine handvoll feuchtes Stroh gelegt, damit die Füllung nicht durchfällt. Hauptsache ist,

dass am Schwefel nicht gespart wird. Der Apparat hält bei richtiger Packung inwendig 3 – 4

Stunden lang. Alles nicht zu schnell Verbrennbare kann dazu verwendet werden. Einig Funken

genügen, den Apparat anzuzünden; bei einigem Fachen mit dem Blasebalg wird er schon

brennen. Bei uns sind mit ihm die besten Erfahrungen gemacht. Die Bedienung ist gleich anderen

Räucherapparaten. Undichte Stellen sind mit Lehmbrei zu verschmieren. Soeben sind unsere

Felder und Gärten wieder sehr von den Nagern heimgesucht und beschriebener Räucherapparat

bewährt sich von allen Vernichtungswerkzeugen wieder am allerbesten. Das Räuchern erfordert

viel weniger Arbeitszeit wie Fangen mit Fallen und man erreicht doch, täglich ausgerechnet,

viel mehr damit als mit 500 – 1000 Fallen. Zur besseren Erreichung seines Zweckes tritt man

zuerst die Löcher einen Tag vor dem Räuchern zu. Man braucht dann den Apparat nicht auf so

viele Löcher zu stellen. Von Zeit zu Zeit, das heißt, bei nasser Bodenbeschaffenheit, muss man

den Apparat daraufhin nachsehen, ob sich unten die Oeffnung nicht mit Erde verstopft hat. Bei

trockenem Boden wird es selten vorkommen. Der Apparat verbraucht bei gut tötender Wirkung

an Schwefel stündlich kaum 10 Pfennige.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                           zurück