Graz 1912

 

Der Apotheker Schöggel Albert erklärt.

 

Giftzusammenstellung.

 

            Die Vergiftungsarten für die Wühlmäuse sind verschieden. Die Sorgfalt in der

Behandlung des Köders mit behandschuhten Händen ist zum Teil auch hier maßgebend

für den Erfolg. Infolge des feinen Geruchssinns meiden die Tiere alles, was mit Menschen=

hand in Berührung gekommen ist.

 

Ersteres Mittel.

            Die einfachste Vergiftungsart ist die durch vergiftete Möhren, Kartoffeln, Rüben,

welche in die Wühlmausgänge gelegt werden. Man höhlt die genannten Gemüsearten an

einer Stelle aus, schneidet aber vorher die Kappe des entstehenden Loches ab, weil sie,

wenn Arsenik, Phosphor oder Strychnin in die Höhlung getan ist, zum Schließen des Loch=

es dienen muss. Nach zwölfstündiger Lagerung ist das Gift durch die Köder gezogen und

diese können in die Gänge gelegt werden.

 

Zweiteres Mittel.

Giftpillen für Wühlmäuse stellt man folgendermaßen her: 20 Gramm kohlensaures

Baryt, 100 Gramm Maismehl, 50 Gramm Weizenmehl werden gut durcheinander gemischt

und dann mit 70 – 80 Gramm Wasser zu einem Teich geknetet, der 450 Pillen liefert. Die

Pillen werden anschließend in die Wühlmauslöcher gelegt. Achtung, Handschuhe tragen!!

 

            Gute Wirkungen wurden hie und da mit dem von der Kgl. Agrikulturbotanischen

Anstalt zu München beziehbaren bariumkarbonathaltigen Brotwürfeln erzielt, von denen

das Kilo Mark 1 – kostet. Man legt davon in jeden Wühlmausgang einen Esslöffel voll

Brotstücke, die unmittelbar vorher in Wasser oder Milch eingeweicht wurden und die man

dann mit einer Messerspitze voll von beigegebenen Witterungspulver bestreut hat. Bei

jeder dieser Arbeiten unbedingt Handschuhe tragen!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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