Wien am 9 Juni 1942

 

Hofrat Josef Löschnig erklärt.

 

Die große Wühlmaus (Schermaus)

 

            Unsre größte Wühlmausart, deren fast ganz im Pelz versteckten Ohren nur

ein Viertel der Kopflänge erreichen, tritt in zwei Rassen auf, und zwar:

 

            Als Hochlandsrasse in Süd und Südwestdeutschland. Kopf–Körper–Länge

12 bis 18 cm, Schwanzlänge 5 bis 9 cm. Färbung oberseits wechselnd braungrau,

wobei das Braun von Hell bis Kastanienbraun schwankt, aber auch mehr oder wen=

iger zurücktreten kann und das Grau dann überwiegt. Seiten heller als der Rücken.

Unterseits Färbung heller, mit gelblichbraunen, grauen oder weißen Haaren vermischt.

 

            Als Niederungsrasse im nordöstlichen und östlichen Deutschland. Kopf–

Körper–Länge 13 bis 19 cm, Schwanzlänge 7½ bis 12½ cm. Färbung dunkelbraun bis

tiefschwarz.

 

            Die große Wühlmaus gehört zu den im Obstbau schädlichsten Wühlmausarten,

wird aber auch im Gemüsegarten, besonders an Wurzelgemüsen sowie an Hackfrüchten,

schädlich. Die streifenförmigen, etwa 1 mm breiten Spuren der Nagezähne dringen tief

ins Holz; auch stärkere Wurzeln werden abgefressen, so dass sich beschädigte Bäume

wie ein Pfahl aus der Erde ziehen lassen. Die bis über 80 m langen Gänge des Baues,

in deren Wände die Abdrücke der Nagezähne zu sehen sind, weisen selten und dann nur

vorübergehend vereinzelte Löcher auf.

 

Bekämpfung.

 

            Durch Fallen oder Giftköder, die in den bewohnten Gängen ausgelegt werden.

Auch Räucherpatronen einzelner Firmen sind wirksam, doch muss vorher unbedingt

festgestellt werden, ob es sich um Wühlmausgänge handelt und ob diese überhaupt be=

wohnt sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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