Gartenrundbrief um ca. 1950

 

Dr. Erich Ulrich schreibt.

 

Die Wühlmaus auch Raubmaus genannt.

 

            Das Fangen der Raub oder Wühlmaus mit Fallen verschiedener Bauart kann sehr

erfolgreich sein, wenn mit der gebotenen Sorgfalt zu Werk gegangen wird. Die Fang=

methode ist bei allen Bauarten so ziemlich gleich. Nach der Feststellung, dass man einen

noch belaufenen Gang der Wühlmaus gefunden hat, wird ein Stück des Ganges in der

Größe der Falle scharfkantig mit einem Spachtel oder einem Löffel ausgehoben und die

Falle unverrückbar eingebaut. Lose Erde beidseitig zu den Gangeinmündungen ist vorher

zu beseitigen. Die Fallengrube wird nach dem Aufstellen der Fallen anschließend mit einem

passenden, verwitterten Brettchen lichtdicht abgedeckt. Eine besondere Behandlung der

Falle oder der Hilfswerkzeuge erübrigt sich, wenn diese nicht kurz vorher mit stark riech=

enden Stoffen in Berührung gekommen sind.

 

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

Wühlmaus/Raubmaus.

Zeichnung vermutlich von Dr. Ulrich

 

 

 

 

 

 

            Das Fangen der Wühlmaus mit Fallen ist aber eine Übungssache und verlangt sehr

viel Geduld. Meist werden die Fallen verwühlt. Es hat dennoch den Vorteil für sich, dass,

wenn einmal erfolgreich, anhand der gefangenen Raubmaus, Größe – Geschlecht – Alter,

Schlüsse auf den Befall gezogen werden können.

 

            Im Fachhandel, Gärtnerei und Eisenhandel, sind je nach Landschaft nachfolgende

Wühlmausfallen erhältlich. Drahtfallen, Kastenfallen und Reusenfallen, die im Prinzip als

Schlag – Zangen – und Scherenfallen ausgebildet sind. Die Kastenfallen eignen sich besonders

für leichte Böden, da sie die vorgenannten Konstruktionsformen in Verbindung mit einer

Kastenform vereinigen. Für Bachläufe wurden Reusenfallen entwickelt. Diese werden im

Wasser an der Uferböschung gestellt. Die Schlag oder Zangenfallen werden im übrigen

Gelände in Anwendung gebracht.

 

            Selbstschussgeräte sind ebenfalls im Fachhandel zu erwerben, die gespannt und mit

Pulver geladen, in oder vor den Wühlmausgang gestellt, von der anlaufenden Wühlmaus

ausgelöst werden. Hierbei löst sich der Schuss und tötet die Wühlmaus. In unbefugten Händen

sind diese Schussapparate nicht ungefährlich. Ihr Erfolg ist darüber hinaus auch Glücksache.

Man kann nur sagen: „Weidmannsheil“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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