Wien, 07 Oktober1941

 

Dr. K. Miestinger berichtet.

 

       Schutz vor Wühlmäusen.

 

            Im Herbst, vor Eintritt der kalten Witterung, ist auch auf die

Wühlmäuse zu achten, da diese aus den abgeernteten Gemüsebeeten

oder Hackfruchtfeldern (besonders Kartoffel oder Rübenfeldern), wo

sie sich vielfach über Sommer aufgehalten haben, in die Obstgärten

zuwandern. Besteht besondere Gefahr, so ist es, wenn es sich um die

große Wühlmaus handelt, empfehlenswert, an der gefährdeten Seite

des Obstgartens einen etwa 30 Zentimeter tiefen und ebenso breiten,

glattwandigen Graben zu ziehen. Dieser verhindert zwar die Zuwander=

ung nicht, doch verrät sich die Wühlmaus durch Auswerfen der Erde,

wenn sie an die Wand des Grabens und so ins Freie gelangt. Bemerkt

sei, dass besonders in der Umgebung Wiens auch die feldmausgroße

„kurzohrige Erdmaus“ schwere Schäden an Obstbäumen verursacht,

ihre Baue aber weisen Löcher auf, was bei denen der großen Wühl=

maus nicht der Fall ist.

            Es ist wichtig, dass die Bekämpfung dieser beiden Mäusearten

auch im Herbst (mit Fallen oder Giftködern) durchgeführt wird, da der

Fraß an den Obstbaumwurzeln hauptsächlich über Winter erfolgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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