Jahr 1916

 

Dr. Kurt Floericke erzählt.

 

Mäusegeschichten und Bekämpfung, Teil 3

 

            Man kann endlich die Mäuse auch in ihren Löchern ersäufen, zu diesem

Zwecke man einmal mit Wasserfässern aufs Land fährt. Wo die Plage nicht schon

zu sehr überhand genommen hat, ist dieses Mittel nicht übel. So wurden in der

hessischen Gemeinde Hechtsheim 1912 über 40 000 Mäuse ertränkt.

Ein etwas plumpes Mittel besteht darin, Schweineherden über das bedrohte

Land zu treiben. Die Schweine wühlen die Mäuse aus ihren Löchern heraus und

verzehren sie mit samt ihren Jungen und Vorräten. Zugleich stiften sie aber auch

viel Unfug an, und die ihnen entkommenen Mäuse flüchten in die Nachbarfelder,

wodurch die Plage örtlich nur noch erweitert wird.

            Nur der Merkwürdigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass einmal – im

Jahre 1519 – die Mäuse sogar vor das geistliche Gericht in Tirol zitiert wurden, und

dass der ihnen gestellte Verteidiger, der ein arger Schalk gewesen sein muss, für

seine Schützlinge freies Geleit gegen die Katzen beantragte und erhielt. Solche

Schildbürgerstückchen der Tierwelt gegenüber waren übrigens im Mittelalter gar

nichts seltenes.

 

 

                                               Fortsetzung folgt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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