20 Dezember 1903

 

Herr Materne schreibt.

 

Wühlmäusefraß und seine Heilung.

 

            An meinem Spalier hatten Wühlmäuse von drei Palmetten das Wurzelsystem

vollständig zerfressen. Da ich im zeitlich Herbst den Schaden bemerkte, wurden Ver=

suche angestellt, um meine Lieblinge zu retten. Mit der Säge wurden die stärkeren

Wurzeln abgesägt und behielt jeder Baum nur etliche schwache Faserwurzeln. Die

Wunden wurden dick mit Lehm und Kuhmist verschmiert und der wurzellose Baum

in reinen Kompost gepflanzt. Die kleine Baumscheibe wurde mit Moos belegt und

durch dieses eine stete Feuchthaltung erzielt. Als kühlere Witterung eintrat, wurde die

Baumscheibe mit Nadelstreu dicht bedeckt. Im Frühjahr wurde durch das Moos aber=

mals für ständige Feuchtigkeit gesorgt. Die Palmetten trieben später, aber sie trieben

bald recht freudig und erhielt ich nach einem Jahr auch eine kleine Ernte. Als ich die

Bäumchen diesen Herbst revidierte, war ein recht gutes dünnfaseriges Wurzelsystem

gebildet. Um mich nun gegen abermaligen Wühlmausfraß zu schützen, habe ich längs

des Spalieres, nach der Wasserseite hin, einen Meter tiefen Graben ausgehoben, von

25 cm Breite und beide Seiten mit engmaschigem Gitter bedeckt.

 

 

 

 

 

 

 

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