Ungekürzte Niederschrift.

 

2 Juni 1937

 

Franz Kopeinig aus Bodensdorf erzählt.

 

Wühlmausbekämpfung, meine Erfahrungen.

 

            Es ist in der Gartenzeitschrift schon manches über Wühlmäuse und

Wühlmausbekämpfung geschrieben worden. Da ich aber – unabhängig davon

– schon seit längerer Zeit auf meinem Grund die Wühlmäuse bekämpfe und

meine Arbeitsweise von den bisher veröffentlichten in wenig abweicht, meine

Erfolge aber sehr gut waren, möchte ich sie einem weiteren Kreis zugänglich

machen.

 

            Mein Grund ist 2500 Quadratmeter groß und teils mit Obstbäumen, teils

mit Gemüse und Kartoffeln bepflanzt. Rechts und links von meinem Grund sind

Gemüsegärten, ringsum lauter Felder.

 

            Im Jahre 1934 hatten wir geradezu eine Ueberschwemmung von Feld und

Wühlmäusen. Meine besten Obstbäumchen wurden vernichtet, und ich war macht=

los. Alle mit empfohlenen Bekämpfungsweisen versagten. Ich hatte keine Möglich=

keit, den ganzen Grund unter Wasser zu setzen. Ich versuchte die Bekämpfung

durch Katzen, aber diese gingen zum Teil an den von mir und den Nachbarn aus=

gelegten Giftködern ein, zum Teil wurden sie von Hunden totgebissen.

 

            Da ging ich daran, Fallen aufzustellen, die ich selbst gebaut hatte. Sie sind

eigentlich von genau der gleichen Bauart wie die gewöhnlichen, in den einschläg=

igen Geschäften erhältlichen Ratten und Mäusefallen, nur weicht die Größe ab. Ich

verwende für Wühlmäuse eine Falle von 16x8 Zentimeter Grundfläche, für Feld=

mäuse eine solche von 13x7 Zentimeter. Der Erfolg dieser Fallen war durchsch=

lagend. Von April bis Oktober 1934 habe ich 289 Feld und Wühlmäuse gefangen,

darunter 14 alte Wühlmäuse, von denen eine 16 Dekagramm wog und 17 Zentimeter,

mit Schwanz 22 Zentimeter lang war. Ich hatte acht Fallen aufgestellt. Der Höchst=

fang an einem Tag waren 12 Feldmäuse und 3 Wühlmäuse.

 

            Im Jahre 1935 habe ich nur noch 157 Mäuse, darunter acht ausgewachsene

Wühlmäuse gefangen. Dieses geringe Ergebnis ist nicht etwa auf ein Versagen der

Fangweise zurückzuführen, sondern darauf, dass die Zahl der Mäuse durch die

energisch durchgeführte Bekämpfung merklich zurückgegangen war. Wie es vor

dieser Bekämpfung in meinem Garten ausgesehen hat, möge ein Beispiel schildern.

Im Jahre 1934 trat ich neben ein Obstbäumchen, um es zu untersuchen, da sank ich

mit dem Stiefelabsatz in der Erde ein. Sofort sah ich nach und fand unter dem Rasen

neben dem Wurzelhals ein großes Mauseloch. Sofort machte ich eine Vertiefung in

die Erde, gab eine größere Falle hinein und fing innerhalb von 2 Stunden zwei große

Wühlmäuse. Als ich die zweite herausnahm, sah ich wie eine Junge Maus heraus=

schaute. Gleich gab ich eine kleinere Falle hin und fing innerhalb einer weiteren

Stunde acht kleine Wühlmäuse, davon drei mit einem Fallenschlag.

 

            Nach meinen Erfahrungen liegen die Gänge der Wühlmäuse durchschnittlich

zehn Zenitmeter tief unter der Erdoberfläche. Ich stelle die Fallen in eine kleine

Vertiefung des Ganges und bedecke sie oben mit einem Holzbrettchen, damit die

Erde nicht einsinke und die Katzen nicht in die Fallen treten und sie auch nicht ver=

schleppen können, was ich schon öfter beobachtet habe. Die Fallen müssen so tief

stehen, dass der Schlagbügel ungehindert zuklappen kann. Bei Feldmäusen genügt es,

die Falle vor ein bewohntes Mauseloch zu stellen. Bei Wühlmäusen stelle ich fest,

ob der Gang noch benützt wird oder nicht mehr, indem ich einen Köder einlege. Ist

dieser einige Zeit danach verschwunden, so weiß ich, dass er Gang benützt wird, und

lege dann die beköderte Falle ein.

 

            Als Köder benütze ich Johannisbrot. Das hat den Vorteil, dass man es ruhig

mit unbekleideten Fingern anfassen kann, denn die Mäuse sind so gierig danach, dass

sie den Köder selbst dann annehmen, wenn er die menschliche Witterung bewahrt hat.

 

Textfeld:

 

 

 

 

 

 

Die Wühlmaus-Klappfalle 16x8

 

oder,

 

die Feldmaus-Klappfalle 13x7

 

 

 

 

 

 

 

            Das beigelegt Bild zeigt deutlich, wie die Falle aussieht. Es wäre nur zu be=

merken, dass die Feder aus besten Stahl sein muß, da sie sonst zu schnell verdorben

wird. Als Bodenbrett nehme ich ein 12 Millimeter starkes Hartholzbrettchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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